Guesthouse in Ulanbataar

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Gibt es eigentlich schon ein Buch mit diesem Titel? Wird eigentlich mal Zeit. Als ich ankam, kamen mir Zweifel. Die verfallene Fassade eines alten 4 – Etagen – Sowjetbaus wirkte wenig vertrauenserweckend. In der 2. Etage landete ich in einer WG der alten Schule. Bis auf die grimmig dreinblickende mittlere Tochter, mit ca. 15 Jahren darf man das, war der Empfang ausgesprochen freundlich. Ich hatte mich auf eine bittere Kälte eingerichtet. Doch derzeit herrschen hier Temperaturen um die 16 – 18 Grad, die nachts gerade mal auf 0 Grad fallen. Leider hat sich der Verantwortliche für die Heizung ebenfalls vertan. Knappe 28 Grad Raumtemperatur, verursacht von einer die Luft austrocknenden Heizung, muss man mögen.

Seither habe ich einen Malayen, der in China arbeitet, zwei Belgier, einen Franzosen, vier Indonesierinnen, eine Schweizerin, einen Londoner und zwei Amis kennengelernt. Der erste Ami kam aus Pennsylvania. Ein eher unsympathischer Kerl. Ganz im Gegensatz zu Sam, der in Europa und bereits seit einem Jahr auch in der Mongolei Unterhaltungstechnik an den Mann bringt. Zusammen mit einer anderen Frau, deren Bezug zu ihm mir nicht ganz klar ist, belegen sie morgens das Zimmer mit Yoga – Übungen. Es ist schräg beim Aufwachen zu erst eine junge Frau beim Yoga zu sehen und dann den 2 Meter Kerl aus Wisconsins mit verrenkten Gliedern zu entdecken. Auf jeden Fall war heute Morgen Leben in der Bude. Ich denke immer noch, das mir die Betreiberin Bobby übel nimmt, dass ich keine der teuren Touren gebucht habe. Ich kann ihre Geschäftstüchtigkeit verstehen. Ihre älteste Tochter studiert in Kanada und der älteste Sohn in England. Da müssen die harten Dollar fließen. Für einen Transfer zum Flughafen ruft sie immerhin 25 Dollar auf. Aber selbst da kann ich ihr nicht helfen. Mein Flieger nach Peking geht am Dienstag um 18:00 Uhr. Genug Zeit, um die Anfahrt mit einem der Busse zu regeln.

Chiang Mai ist gebucht. 2 Dollar die Nacht in einem Einzelzimmer für 3 Tage. Das sollte zum Ankommen ausreichen. Ich denke, dass ich mich dann zügig mit dem Bus nach Laos aufmachen werde. Mein VISA für LAOS ist bereits seit 2 Tagen gültig. Ich freue mich riesig auf die Wärme, Cafés, Tempelanlagen, Street – Kitchen und die Menschen.  Bis dahin werde ich hier noch einige Suppen ausprobieren, die wahrlich empfehlenswert sind. Wie kann man hier eine Pizza bestellen? Selbst das Essen in einem der zahlreichen Koreanischen oder Japanischen Restaurants finde ich merkwürdig. Für die hier lebenden Menschen kann ich das nachvollziehen. Aber als Tourist?

So der Kaffee ist getrunken. Ich werde dann nochmals das tolle Wetter nutzen und ein wenig Herumstreunen. Dabei fällt mir noch ein, dass die Mongolen absolute Sicherheitsfanatiker sind. Eine Tür möchte ich hier nicht stürmen müssen. Alle Wohnungstüren sind aus Metall und mit dicken Riegeln gesichert. Da fällt auf, dass die nicht neuerer Bauart sind, sondern bestimmt schon 40 Jahre eingebaut sind. An allen Ecken wird man vor Taschendieben gewarnt. Eigentlich habe ich ein Auge für Taschenkrebse, doch bisher habe ich noch keinen gesehen. Ein Typ kam mir von hinten her ein wenig zu nahe. Aber dann hatten wir einen kurzen Blickkontakt. Sollte er kein Taschendieb gewesen sein, hat er jetzt Angst vor Touristen. Immer mal wieder sieht man Kerle am Rande der Straße herumlungern. Was die machen, habe ich noch verstanden. Doch ihnen fehlt dieser paranoide Blick, den unsere heimischen Nachtjacken haben.

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