Burnout

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worum geht’s?

Wird von jemanden der Begriff BURNOUT verwendet, kommt innerhalb kürzester Zeit ein Schlaumeier um die Ecke gebogen, der feststellt: Gibt es nicht! BURNOUT ist eine Bezeichnung, die ein Euphemismus für Depressionen ist. Mir stellt sich dabei die Frage: Ist das wichtig? Dienstlich fuhr ich vor einigen Jahren einen E – Klasse Daimler. Nach wenigen Wochen, nahm die Kiste kein Gas mehr an. Stur rollte der Wagen mit 60 km/h vor sich hin. Egal wie ich das Gaspedal trat, das Ding wollte einfach nicht. In der Werkstatt teilte mir ein freundlicher Mechaniker mit, dass die Elektronik einen Fehler festgestellt hatte und deshalb ein NOTLAUFPROGRAMM eingeschaltet wurde. Vor drei Jahren verglich ich Menschen in der Arbeitswelt gern mit Maschinenteilen innerhalb einer größeren Maschine, welche sich abnutzen.

Die E – Klasse betrachte ich als einen besseren Vergleich, weil der Mensch eben nicht ein Teil, sondern deutlich komplexer ist. Ähnlich wie das Fahrzeug, welches aus den tiefen der elektronischen Auswertung die Meldung bekommt, dass etwas nicht stimmt, meldet das System des Menschen, bestehend aus dem limbischen System, der Amygdala und dem Großhirn: Stopp! Irgendetwas stimmt nicht. Wenn ich ungebremst weiter mache, kommt es zur nachhaltigen Zerstörung. BURNOUT ist für mich nichts anderes, wie ein NOTLAUFPROGRAMM. Warum wurde es eingeleitet?

Wenn ich mit einem Fahrzeug Schindluder treibe und es gnadenlos mit Höchstgeschwindigkeit über die Autobahn jage, wird es je nach Bauart irgendwann in die Knie gehen. Es wird mir auch nicht verzeihen, wenn ich die Gänge bis zur Schmerzgrenze ausreize, kein Kühlwasser nachfülle, den Ölstand nicht prüfe oder nicht tanke. Nun gibt es Leute, die behandeln ihre Fahrzeuge in dieser Art und andere pflegen das Auto fast zu Tode. Beim Fahrzeug handelt es sich in meiner Analogie um das gesamte System und der Fahrer ist das zu betrachtende EGO. In der Konsequenz gibt es mehrere Faktoren:

  • Es macht einen Unterschied, ob ich mit einem Golf oder einen Jaguar kontinuierlich 180 km/h fahre.
  • Welche persönlichen Voraussetzungen bringt der Fahrer mit sich?
  •  In welchem Umfeld befindet sich der Fahrer?
  • Welche Wechselwirkungen bestehen zwischen dem Fahrer und dem Umfeld? Wenn ich Unternehmer bin, werde ich Fahrer finden, die gegen eine passende Motivation, wie die Henker von A nach B fahren. Ebenso werde ich auf Leute treffen, die mir einen Vogel zeigen. 

Aus diesen wenigen Faktoren ergeben sich mannigfaltige Ansätze. Es ist nicht das „böse“ System, welches den Arbeitnehmer bis zur letzten Neige auspresst, sondern es bedarf auch eines Persönlichkeitstyps, der das mit sich machen lässt. Aus diesem Grunde begreife ich nach einigen Jahren des Nachdenkens den Zustand des NOTLAUFPROGRAMMS als eine echte Chance im Leben … unter der Voraussetzung, dass Reparaturmaßnahmen eingeleitet werden. Ich räume dabei ein, dass ich solche Worte noch vor 4 Jahren als bescheuerte Durchhalteparolen eingeordnet hätte. 

Das Umfeld lässt sich nicht ändern. Egal, wie man es anstellt, auf dieser Seite passiert nichts. Ausschließlich die Auseinandersetzung mit dem eigenen Umgang und den dazugehörigen Persönlichkeitsmerkmalen ergibt einen Sinn. Ich selbst habe 30 Jahre im Öffentlichen Dienst des Landes Berlin verbracht. Mit Inbrunst versuchte ich Änderungen herbeizuführen. Diesen Versuch nennt man im Allgemeinen „Kampf“ und dieses Wort impliziert wiederum Krieg. Dem vor langer Zeit lebenden chinesischen General Sun Zi wird die Erkenntnis zugeschrieben: „Beginne niemals einen Krieg, den Du nicht gewinnen kannst.“

Burnout bei der Polizei

Bei der Polizei wird den Neuanfängern ein Spruch mit auf den Weg gegeben, der quasi ein Katalysator beim Prozess des Ausbrennens ist. „Der Polizeiberuf ist kein Job, sondern eine Berufung!“ Ich weiß nicht, aus wessen kranken Geist dieser Satz entsprungen ist, aber er wird heute noch verwendet. Egal, was auch immer passiert, der Polizist macht weiter. Vor allem dort, wo der „normale“ Arbeitnehmer, der seinen Lebensunterhalt mit einem Job bestreitet, die Flinte ins Korn werfen würde. Denn er folgt einer Berufung. 
Im schlimmsten Fall, kann das dazu führen, dass der „Gescheiterte“ keinen anderen Ausweg sieht, als sich eine 9 mm Kugel aus seiner Dienstwaffe durch den Kopf gehen zu lassen.
BURNOUT versteckt sich in vielen Bezeichnungen. Eine ist die sogenannte „Innere Kündigung“. 

Neuanfängern bei der Polizei wird ein falsches Bild der Polizeiarbeit vermittelt. Nüchtern betrachtet ist der Polizist ein Landesbeamter. Damit ist sein Dienstherr das jeweilige Land, welches von den gerade amtierenden politischen Vertretern repräsentiert wird. Der Polizist hat alle Entscheidungen, die im Einklang mit dem Grundgesetz stehen, auf der Straße, im Zweifel auch gegen den Widerstand der Bevölkerung oder Teilen durchzusetzen. Ob er selbst damit konform geht oder nicht, ist uninteressant. Selbst bei der Kriminalitäts/Verwaltung/Bekämpfung wirkt die Politik mit. Sie legt nämlich die Schwerpunkte fest, stellt die Mittel zu Verfügung und regelt die Personalstärke. Eigener Idealismus, Bewertungen oder gar moralische Betrachtungen haben dabei wenig Spielraum. Exakt hieran scheitern viele.

Ermittlungen sind eine bezahlte Dienstleistung. Der Ermittler befriedigt nicht seine eigenen Bedürfnisse, sondern er handelt für einen Auftraggeber. Dies muss er sich stets vor Augen halten. Handelt er jenseits des Willens bzw. Vorstellungen des Auftraggebers beginnt er auf eigene Rechnung zu arbeiten.

Die politischen Vertreter haben in der Vergangenheit beschlossen eine konkrete Anzahl an Ermittlern für die Ermittlungen im Bereich Terrorismus zur Verfügung zu stellen. Hierzu gehören die Beamten in der Sachbearbeitung und im Operativen Bereich. Mit dieser Personalstärke ist ein nachvollziehbares Pensum leistbar.
Letztlich ist das nicht anders, als die Bestellung einer Baukolonne. Die Älteren kennen dies noch aus den Mathematik Büchern. 10 Arbeiter graben einen Graben in 5 Tagen. Wie viele Tage benötigen 5 Arbeiter? Wenn der Polier einen Bericht schreibt, in dem steht, dass er mit den 5 Arbeitern ebenfalls 5 Tage gebraucht hat, ist etwas Faul. 
Das Problem ist: Ein Graben ist ein Graben, einige Tote auf der Straße, sind ein Desaster, welches schwer verkauft werden kann.

Grundsätzlich ist die Zuteilung des Personals nicht einmal verkehrt. Denn ein Terrorist lässt sich im Zweifel weder von einem oder zwanzig Ermittlern stoppen. Entscheidend ist, welche Maßnahmen abgefordert werden, ob die nun tatsächlich etwas verhindern oder nicht, steht auf einem anderen Blatt Papier. Standardmäßig werden Telefonüberwachungen geschaltet, Observationen veranlasst, Erkenntnisse ausgewertet, Datenbanken gespeist und ausgewertet, unzählige Vermerke und Berichte geschrieben, Akten verwaltet, Bilder ausgewertet (immer brav unter Berücksichtigung der Persönlichkeitsrechte).
Richtig wäre es, wenn sich der Polizist an die Willensbekundungen des Auftragsgebers, welche er durch Personalzuteilung, Materialzuwendung, Dienst – und Geschäftsanweisungen, Gesetze, Ausführungsvorschriften pp. bekundet hat, stoisch hält. Würde er dies tun, stellte sich schnell heraus, dass der Auftraggeber vollkommen verblödet ist. Leider ist das mit dem Risiko verbunden, dass sich der Blödmann selbst in Gefahr bringt. In seiner gnadenlosen Arroganz, es besser zu wissen, versucht der Polizist es gerade zu biegen. Oftmals geht das wiederum für ihn nicht gut aus. Das konnten wir zum Beispiel bei den Geschehnissen rund um den Breitscheidplatz beobachten.

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