Quo vadis … keine Ahnung, aber es wird mir nicht gefallen.

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Diejenigen, die am moralischsten sind, sind am weitesten von dem Problem entfernt.

Saul D. Alinsky

Dieser Beitrag, entwickelte sich tausende Kilometer von Deutschland entfernt, zu einem persönlichen „Round – a – House Kick“  in Richtung  meiner ehemaligen Herren, die das Geschehen in Deutschland bestimmenden gesellschaftlichen Untergruppen. In dieser Zeit brachen plötzlich die Unruhen in den USA aus. Was da aktuell passiert, bestätigt mich.


Jenseits aller juristischen Definitionen haben für mich „gute“ Gesetze, folgende Kriterien zu erfüllen. Erstens: Sie haben einen erkennbaren Sinn! Es wird etwas geregelt, was ich nachvollziehen kann und es dient der Organisation eines fairen Zusammenlebens. Zweitens: Unterschwellig ist der Wille erkennbar, dass das Gesetz eine in der Gesellschaft durchgehende Gerechtigkeit erzeugt werden soll, da nur diese einen dauerhaften inneren Frieden gewährleistet. Dazu gehört auch, dass ein einzelner vernünftig, verständig denkender Mensch die Chance hat zu erkennen, warum es notwendig ist, ihn zu Gunsten der Gemeinschaft etwas zu versagen o. zu etwas aufzufordern.

Gesetze die andere Ziele verfolgen, sehe ich persönlich jedes Mal kritisch.  Dann gibt es die Gesellschaftsmitglieder, welche alle Gesetze danach durchsuchen, wie sie sich durch ein Gesetz einen Vorteil (meist monetär) gegenüber anderen verschaffen können.

Jeder, der mit geringst möglichen Aufwand, ohne nennenswerte Arbeit/Dienst für die Gemeinschaft, grösst mögliche Profite (ebenfalls meistens monetär) für sich heraus holen will, schädigt die Gesellschaft und es muss Einhalt geboten werden.

Wer sich innerhalb einer Gesellschaft bewegt, kommt wegen der logischen Wechselwirkungen, nicht daran vorbei, dass das individuelle Handeln diese formt, ihn selbst prägt, und selbst Vorteile geniesst, die eine Gesellschaft bietet. Auf sich vollkommen allein gestellt zu sein, funktioniert selten. Selbst wenn ich eine riesige Firma besitze, bin ich auf diejenigen angewiesen, welche für mich arbeiten, mir mein Produkt abkaufen o. bewerkstelligen, dass ich es in anderen Gesellschaften verkaufen kann.

Hierzu gehört für mich auch meine tiefste Grundüberzeugung, dass Grund und Boden, Wasser, Luft, als absolute Voraussetzungen für Leben, nicht einfach dauerhaft aus dem Eigentum aller, in den Besitz eines Einzelnen übergehen können. Bei Grund u. Boden kann es nur eine Leihgabe der Gemeinschaft an eine zahlende Teilmenge sein. Alles andere entspricht einer Enteignung von jedem Mitglied der Gemeinschaft.

Benutzt derjenige, welchem Grund u. Boden zur Verfügung gestellt wurde, bei verständiger, vernünftiger Betrachtung, diesen und die errichteten Produktionsstätten, zur vorsätzlichen oder fahrlässigen Schädigung der Lebensgrundlagen aller Lebewesen, ist die Leihgabe zu entziehen.

Bei der Beurteilung sind alle Disziplinen der Wissenschaften heranzuziehen, die nach weltweit über Jahrhunderte entwickelten Prinzipien arbeiten. Sie sind das Wissen der Menscheit. Da aber jede Disziplin nur einen Ausschnitt sieht, bedarf es einer oder mehrerer Meta – Ebenen, die sie zusammenführen, analysieren und ein Gesamtbild erstellen. Dies ist seit dem 20. Jahrhundert der Anspruch der Philosophie. Politiker sollten sich meiner Auffassung nach, aufgrund ihrer mangelnden Gesamtkenntnisse, auf die Koordination der Umsetzung der verständigen Disziplinen beschränken.

Mit dieser Sichtweise habe ich über dreissig Jahre hinweg als Polizist, speziell in der Kriminalitätsbekämpfung meinen Dienst für die Gesellschaft geleistet. Vermutlich kollabiert dem einen oder anderen Leser gerade der Herzrhythmus.

Mir egal! Ich schaute auf ein Geschehen und spürte entweder, da ist etwas nicht in Ordnung und verletzt die Ansprüche der Gemeinschaft, also handle ich und geh mal auf die Suche, wo das in einem Gesetz formuliert wurde. Und siehe da … meistens wurde ich fündig. Anders sah es aus, wenn ich per Weisung handelte. Häufiger erschloss sich mir nicht der Sinn und noch weniger verstand ich, warum so ein Gesetz existierte.

Ich schrieb von einem Dienst für die Gesellschaft. Dieser Begriff ist etwas schwierig. Sie setzt sich aus einer Vielzahl Untergruppen zusammen, die Schnittmengen besitzen und zum überwiegenden Teil eine Kohäsion haben. Nur wenige sind vollkommen isoliert. Bei denen stellt sich dann die Frage, ob sie noch zur Gesellschaft gehören. Aber jene, die sich selbst als ausserhalb betrachten, jedoch im Gegenzuge gemeinsamen Besitz oder Errungenschaften in Anspruch nehmen, sind dadurch wieder Teil der Gesellschaft.

Zum Beispiel ist das Besetzen eines Hauses, letztlich nur die Veränderung des Leihvertragsnehmers. Erst war es der Hausbesitzer, welcher zur Zahlung von Grundsteuern aufgefordert wurde. Ihm wurde gegen diese Zahlung etwas zur Verfügung gestellt, damit er Wohnraum anbieten kann, was wiederum der Gemeinschaft dient. Die Hausbesetzer behaupten, dass dieses nicht geschehen ist, somit die Voraussetzungen der Verleihung nicht mehr bestehen und ziehen als Teil der Gesamtgesellschaft ins Haus. Nun schaut die Gemeinschaft auf die Besetzer. Und was macht ihr jetzt mit der Leihgabe? In den Achtzigern teilten sich die Besetzer in „ideologische“ und „Instandbesetzer„. Teile der Gemeinschaft entwickelten Verständnis beim Betrachten der Aktivitäten der Instandbesetzer und formulierten einen neuen Leihvertrag. Den „Ideologen“ wurde gesagt: Wir haben die Botschaft zur Kenntnis genommen, jetzt aber wieder raus! Auch sie haben eine gesellschaftliche Funktion.

Wer der Gesellschaft dient, sollte meiner Auffassung nach genau beobachten, wie sie sich entwickelt.


Wie gehen die Untergruppen miteinander um? Wie schaut es mit der Konfliktlösung aus? Was ist mit der Kohäsion? Wie gestaltet sich die Hierarchie? Wer, mit welchen Vorstellungen, Ideen, Vorgehensweisen, Sicht auf das Menschliche, das Lebendige usw., landet oben und wer landet unten? Welche Eigenschaften führen zu Erfolg und wer scheitert, wird krank, hilflos?

Ich nenne dies für mich eine Ergebniskontrolle und habe da so meine eigenen Kriterien. Ich schaue mir an, welche Drogen in welcher Menge konsumiert werden. Mir sind die Wirkungen und die User ganz gut bekannt. Nicht die Droge findet zum User, sondern der sucht sich die passende Droge. Der massiv ansteigende Konsum von Designerdrogen, Kokain, sagt eine Menge aus. Gleiches gilt für die Verbreitung von „Kokain“ oben.

Ich betrachte, was weit verbreitet unter Erfolg verbucht wird und woran die Leute ihn erkennen. Eine Frage der Definition. Status, Lebensleistung, Beitrag für die Gesellschaft oder sich selbst, Einbettung in die breite Gesellschaft oder eher ein Leben in einer elitären Kleingruppe?

Es ist mal ganz spannend in einer psychosomatischen Klinik vorbei zu schauen und sich genau anzusehen, warum die Leute krank geworden sind und vor allem wer sich dort einfindet. Eins habe ich dadurch gelernt: Empathie, Sensibilität, die mangelnde Befähigung, sich den Vorgaben einer durch und durch verwalteten Staatsstruktur anzupassen bzw. ihre  Anforderungen zu genügen, mangelnde Flexibilität, die Unfähigkeit zur Verdrängung bzw. die gering ausgeprägte Fähigkeit praktische Dissonanzen mittels Selbstbetrug, Abstumpfung oder Gleichgültigkeit auszugleichen, sind direkte Fahrkarten in die Klinik.

Ebenso spannend ist es, sich mal dort umzuschauen, wo die Hinterzimmer der Gesellschaft sind. Da wo alles versteckt wird, was da ist, zum Leben dazu gehört, aber keiner sehen soll. In Kneipen und Bars mit „schlechten Ruf“, bei Gesprächen mit Prostituierten (heutzutage Sexarbeiter genannt … na ja, wenn’s hilft) lernt man viel über die „reale“ Gesellschaft. Plötzlich hört man einiges über die Probleme, welche viele mit der Verlogenheit um sich herum haben. Welches Menschenbild einflussreiche Frauen und Männer wirklich haben und deshalb der Meinung sind, sich überall einmischen zu müssen. Nebenbei unterscheidet sich dies häufig nicht vom Denken vieler Polizisten. Sie glauben zu wissen wie es läuft und innerhalb welchen Spektrums sie richtigen Antworten zu suchen sind.

Begleitend zu diesem Beitrag, habe ich eine Diskussion auf Twitter geführt. In einem Tweet habe ich die a) die Freigabe aller Drogen u. b) die Unterlassung der Einmischung der Politik in die private Entscheidung eines Menschen, wie er sein Leben gestaltet, zu unterlassen, gefordert.
Es meldeten sich keine Politiker zu Wort. Dafür aber Polizisten.

Gegen die Freigabe wurde damit argumentiert, dass Medikamente auch nicht rezeptfrei ausgehändigt werden. Der Grund hierfür wäre die Unmündigkeit der Einnehmenden darüber selbst entscheiden zu können. Es folgte die rhetorische Übersteigerung, in dem darauf hingewiesen wurde, dass man Suizidale auch nicht einfach ihrem Schicksal überließe. Gar nicht mal so weit hergeholt, da beispielsweise die Heroin Abhängigkeit einem Selbstmord auf Raten gleich kommt. Dies gilt aber auch für die legale Alkoholabhängigkeit. Nun ist es ein Unterschied, ob ich ein Hilfsangebot mache oder etwas untersage. Und vor allem, ist etwas undurchsichtig nach welchen Kriterien, die eine Sucht legal ist und die andere unter Strafe steht.

OK! Ich nehm dies mal so hin. Den Mitmenschen wird in manchen Bereichen eine Mündigkeit zugestanden, in anderen wiederum nicht. Da ist es bei meiner Methodik folgerichtig zu schauen, wo dies in welchem Ausmass passiert, welche Gründe angeführt werden und inwieweit dies auf Akzeptanz stösst. Dies hat nämlich unmittelbare Auswirkungen auf die Polizei. Politiker geben Bereiche frei oder schliessen die Mündigkeit aus. In den geschlossenen wird die Polizei aktiv und bei geringer Akzeptanz gibt es häufig Stress.

Zu Betrachten ist auch die Identifikation der Gesellschaftsmitglieder mit der vorgegebenen Struktur. Ich werde vor meiner Geburt nicht gefragt, sondern in etwas Bestehendes hineingeboren. Die meisten Eltern versuchen nach eigenen Bildungsstand den Nachwuchs per Erziehung zur Untergruppe der Gesellschaft passend zu prägen. Ist die Untergruppe konform mit den Vorgaben der dominantesten Gruppe, welche die moralischen Werte und die philosophische Ausrichtung vorgibt, und funktioniert die Prägung, wird von einer erfolgreichen Sozialisation gesprochen.

Polizisten stammen entweder aus der dominanten Gruppe, sind erfolgreich sozialisiert o. werden es im Verlauf der ersten Dienstjahre. Gleiches gilt bei Politikern. Trotz unterschiedlicher  Aussagen, bewegen sie sich nahezu alle innerhalb eines erkennbaren Spektrums. Damit meine ich nicht die Vorgaben des Grundgesetzes.

Es gab mal diesen Aufreger über die strickenden GRÜNEN im Bundestag. Das es diesen Aufschrei gab, ist Beweis genug. Das gehörte sich nicht. Joschka Fischer gab mal zu, dass die Turnschuhe bei seiner Vereidigung nicht auf seinem Mist gewachsen waren, sondern von den „Fundis“ gefordert wurden. Gab es schon einmal Rocker, Punks, Grufties, „Tunten“ (POSITIV gemeint!) im Bundestag? Nein! Das ist signifikant.

Weitestgehend versammelt sich im Bundestag das etablierte gut ausgebildete Bürgertum, mit einem deutlichen Überhang des Öffentlichen Dienstes, Juristen und BWL’ern.

Die Philosophie zeichnet sich deutlich ab. Das Individuum, welches sich in einem Abhängigkeitsverhältnis befindet, hat ggü. der Gemeinschaft eine Verpflichtung und diese ist berechtigt, dies einzufordern, Gebote und Verbote auszusprechen. Individuen die dieses nicht wollen, können sich mittels Geld davon freikaufen. Z.B. ist die Einnahme illegaler Drogen akzeptabel, wenn man sich in einer „systemrelevanten“ Position eines Bundestrainers der Deutschen Nationalmannschaft befindet. Gegen Zahlung von 10.000 EUR wurde das Verfahren gegen Herrn Daum ohne weitere Folgen eingestellt. Ins Rollen gebracht wurde die Affäre von dem ebenfalls Süchtigen (Selbstbezeichnung in Interviews „Börsensüchtig“) Uli Hoeneß. Beiden Fällen sei dies menschlich alles zugestanden. Festzustellen ist jedoch, dass weniger betuchte oder Prominente, andere biografische Folgen zu befürchten haben.

Das folgt einem simplen Prinzip: Eine Straftat kann bei Ermittlungen systemrelevante Hintergründe oder Folgen haben. Z.B. macht es prinzipiell nicht den großen Unterschied ob ich illegal mit zwei MP5 handle oder ein ganzes U – Boot verscherble. Aber einmal geht es nur um meinen eigenen Verdienst, und beim U – Boot erkaufe ich mit der Sauerei zusätzlich der Gemeinschaft die Gunst eines Staats im Nahen Osten. Und wenn die hinterzogene Steuersumme geeignet ist, im Falle einer Ahndung einen Konzern in Schlingerkurs zu bringen, wird auch ein Auge zugedrückt. Wem das nicht einleuchtet, zeigt Symptome einer mentalen Erkrankung und landet in der Therapie.

Für die breite Mehrheit sind diese Prinzipien akzeptabel, oder sie wirken wenigstens nicht empörend, solange sie ein Auskommen hat und scheinbar daran profitiert. Dies zeigt sich im Wahlverhalten.

Doch zunehmend werden die Eingriffe nicht mehr hingenommen. Warum auch immer, werden die Anweisungen des verlängerten Arms, nämlich die Polizei, nicht ohne Widerspruch oder gar Widerstand akzeptiert. Gestern habe ich mir einen Beitrag bei MONITOR zum Thema Polizeigewalt angesehen. Dort wurde moniert, dass selbst leichte körperliche Kontakte, wie zum Beispiel „schubbsen“ eines Polizisten als Widerstand bewertet werden, obwohl ihr/ihm hierdurch kein Schaden entsteht. Auch das Beispiel eines Fahrradfahrers, der sein Fahrrad als Barriere zwischen der Polizei und einem Festzunehmenden aufbaute, wurde als hinzunehmend beschrieben.

Gut, was soll die Polizei machen?

„Ah, da steht ein Bürger mit seinem Fahrrad, also gehen wir wieder!?“ Klingt ein wenig merkwürdig. Wenn ich in einer Kneipe einen anderen Mann schubbse, möchte ich i.d.R. eine Schlägerei herausfordern. Der Polizist ist eben Polizist und muss es hinnehmen?

Egal! Fakt ist, der Bürger ist immer weniger bereit, sich der staatlichen Weisung kommentarlos zu fügen. Es ist ein Feindbild entstanden. Der Polizist spricht nach deren Vorstellung nicht etwas aus, was dem Gemeinwohl dient. Wäre dies der Fall, könnte man die Weisung einfach kommentarlos befolgen. „Wird schon Gründe haben, was die/der Uniformierte gesagt hat.“ Vielmehr gerät die Polizei in den Verdacht, als Büttel der Macht (ergo der dominanten Gruppe) zu agieren. Und diverse Leute sehen sich berechtigt, dagegen Widerstand zu leisten.

Ich bezeichne dies als einen sichtbaren Spalt zwischen der führenden politischen Elite und diverser Gruppen. Zum Beispiel ist es offensichtlich misslungen, allen die Notwendigkeit der Pandemiemassnahmen zu verdeutlichen. Was da passiert ist signifikant. Eine nicht unerhebliche Menge liefern sich mit der Polizei ein Räuber & Gendarm Spiel. Ein Unterlassen von etwas, erfolgt nicht aus Vernunft und Verstand. Entscheidend ist, ob einen die „Ordnungsmacht“ erwischt. Viele saßen wie kleine Kinder in verdunkelten Kneipen und spielten Verstecken.

Woran liegt es? An der Abwesenheit von Vernunft und Verstand? Dem Zweifel und Abstand an diejenigen, welche die Macht inne haben? Oder sind sie der Meinung, dass man den Gemeinschaftssinn auch übertreiben kann? Sind sie der Meinung, dass hinter allem mehr steckt? (Verschwörung).

Etwas anderes könnte dabei noch mit hineinspielen. Irgendwo hab ich mal gelesen, dass die Leute das Interesse an einer Verantwortungsübernahme verlieren, wenn sie das Gefühl haben, dass es vollkommen egal ist, wie sie sich verhalten. Es kommt so oder so, wie es andere über ihnen bestimmen und ob sie selbst etwas tun oder nicht, hat keinerlei Auswirkung. Ich finde da ist durchaus was dran und deckt sich mit meinen Beobachtungen. Das Gefühl muss nicht mit der Realität zusammenpassen. Aber wenn es den Leuten niemand vermittelt, kommt so etwas auf.

Das letzte Kriterium ist für mich die Fähigkeit der Auseinandersetzung. Ich mache sie an den Reden, Interviews, von Politikern u. anderen Gesellschaftsvertretern, den Kommentaren in den Social Media und Artikeln in der Presse fest.

Auf mich wirkt es, als wenn sich programmierte humanoide Roboter, Androide, sich gegenseitig Worte sagen, die wiederum als Programmbefehle dienen und Routinen starten. Ich hab das bei Twitter einige Male ausprobiert. Ein oder zwei Wörter genügen und gegenüberliegend werden vorrätige Module aktiviert. Antifa, linksversifft, Linksterrorismus, Rassist, weisser Mann, PoC, Faschist, Nazi … ich denke man kommt auf vielleicht um die Einhundert dieser Programmbefehle. Die meisten Routinen bestehen aus Schuldzuweisungen, Richtersprüchen,  ideologischen Standards. 

In der Konsequenz folgt daraus, dass sich die Gespräche, Reden, Artikel, nur noch innerhalb der vorgegebenen Programme bewegen. Andere ausgedrückt: Eine Gesellschaft, deren Untergruppen sich wie Marionetten aufführen.

Dieser Gesellschaft, dient die/der Staatsdiener/in. Es ist völlig irrelevant, wie sie/er es für sich selbst auslegt. So wie sie aktuell aussieht, sind die Erwartungen klar und deutlich formuliert. Bösartig könnte ich vor dem Hintergrund des MONITOR Beitrags schreiben, dass das Herumstossen lassen dazu gehört.

Für einen gewissen Zeitraum sind auch die Beiträge von Polizeigruen e.V. erhellend. Aber irgendwann hat man alle Programmierbefehle, meist in Form von Hashtags durch u. bei den darunter folgenden Kommentaren, alle Programmroutinen der sich gegenüber stehenden Gruppen durch.

Neuerdings kommt das Programm „Weisser Mensch“ hinzu. Ich kann mich damit nicht identifizieren oder nachvollziehen, was es soll. Leute mit dunkler Haut werden von einigen Mitmenschen beleidigt, als Menschen zweiter Klasse bezeichnet. Das ist so. Aber dieses Verhaltensmuster ist nicht genetisch an die geringere Pigmentierung gekoppelt, sondern hat etwas mit der Persönlichkeit zu tun. Rassismus geht auch von Leuten aus Asien, Afrika und Südamerika aus. Ich bin mittel – pigmentiert und würde ich dauerhaft in Malaysia leben, ginge ich zumindest per Hautfarbe als Malaie durch.

Ich erinnere mich gut, wie ich beim Rap Battle im Film 8 Miles mit Eminem eine Gänsehaut bekam. Das es auch den ums Überleben kämpfenden „White Trash“ gibt, scheint diversen Deutschen entgangen zu sein. Ich habe davon eine ganze Menge Leute kennengelernt. Erst wenn alle Betroffenenen, sich in ein Boot setzen und zusammen Rudern, wird sich etwas ändern. Tweets mit dem Inhalt:

Liebe weisse Mitmenschen, ich möchte dass ihr wisst: Wir hören euer Schweigen! Eure schwarzen Mitmenschen.

laufen da ins Leere bzw. erreichen maximal, dass ich zur Verfasserin auf Distanz gehe. Rassismus ist im 21. Jahrhundert immer auch ein soziales und Bildungsproblem. Genauso wenig ist es förderlich alle 2 Jahre eine neue korrekte Bezeichnung einzufordern. Schwarze Deutsche, Farbige, People of Color PoC, was denn nun? Ich hab jetzt auch diverse Male erlebt, dass völlig harmlosen aufgeschlossenen jungen Leuten recht rüde über den Mund gefahren wurde, weil sie gar nicht wissen können, wie sich die ?? fühlen. Dazu hätte ich ganz gern die passende Entgegnung eines Bewohners der Rudolf – Wissel – Siedlung, Blasewitzer Ring, 10te Etage, Berlin – Spandau oder besser noch Rostock  – Lichtenhagen.

Bei den Unruhen in den USA geht es nicht mehr um Rassismus Weiss vs. Schwarz. Es ist der Ping Pong Ball, der der zuvor gewaltsam unter die Wasseroberfläche gedrückt wurde und jetzt hochschnellt. Alles von Sozialwissenschaftlern prognostizierte zeigt sich gerade überdeutlich. Ich hab mir einige Videos der Plünderungen angesehen. Was tragen die Leute heraus? Markenklamotten, Sneakers, teure Elektronik. Die Sachen, welche ihnen als wichtige Statussymbole eingetrichtert wurden, sie sich aber nicht leisten konnten. Das sind soziale Entladungen innerhalb einer vom Neoliberalismus gezeichneten Zerstörung. Aber es gibt für Gegner kein Frohlocken, alles spielt Trump und den Republikanern unmittelbar in die Karten. Dadurch, dass die Unruhen chaotisch, unorganisiert und zerstörerisch sind, treiben sie scharenweise Amerikaner in die Arme der Republikaner, denen danach quasi keine Grenzen mehr zu setzen sind. Mich würde nicht wundern, wenn Amerika eine zweite McCarthy Ära erlebt.

Doch noch ist Deutschland nicht Amerika. Es gibt die alte Faustregel, dass die uns immer 10 Jahre voraus sind. Es wäre meiner Meinung nach falsch bzw. gar völlig abwegig auf einen Rassismus im amerikanischen Ausmass zu warten. Das gibt die Historie einfach nicht her. Aber auf soziale Unruhen könnte man sich schon mal vorbereiten. Der Polizei kann man viel vorwerfen, aber keine Naivität. Das Aufrüsten zur Bekämpfung von Riots, sagt mir, dass ich die Prognose mit anderen teile. Und so wie bei den USA habe ich eine Vorstellung, wer davon am Ende profitiert.

Eine Gesellschaft voller Idealbilder

Wer sich im Dienst erlaubt, neben den puren Buchstaben des Gesetzes, auch die mögliche Zielrichtung vor Augen zu haben, gar versucht menschliches einzubeziehen oder Opfer dessen wird, handelt auf eigene Rechnung und damit auf eigenes Risiko. Denn von diversen Teilen, wird im Falle eines negativen Ereignisses genau auf die strikte Verfahrensweise nach dem Vorgabeschema gepocht. Das dies vermutlich noch weniger geeignet ist, einen Schaden abzuwenden, interessiert dabei nicht.

Es ist eine Gesellschaft, bestehend aus Untergruppen, die alle mit Idealbildern daher kommen. Meine Lebenserfahrung sagt mir, dass Ideale nicht erfüllbar sind. Es sind Kopfgeburten und Wünsche, die nichts mit dem Menschen und seiner Realität zu tun haben. Man kennt das von den Buchreligionen. Auch da gibt es ein anzustrebendes Ideal. Da es nicht erreicht werden kann, befinden sich alle in Sünde und Schuld, die ihnen von der einzigen idealen Position „Gott„, abgenommen werden kann. Im gleichen Zug, hat aber kein „Sündiger“ das Recht über andere „Sündige“ moralisch zu richten. Wie heisst es im „Vater Unser“:

Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.

Ich find es immer faszinierend, dass ausgerechnet dieser Part in einer Gesellschaft, die sich angeblich an einer christlichen Leitkultur orientiert, nahezu gar nicht funktioniert.

Das Ergebnis ist eine Gesellschaft, die bis zur Oberkante mit selbsternannten Richtern, Beklagten, Schuldigen und sich schuldig Fühlenden, gefüllt ist.

Den wenigsten fällt auf, wie oft sie am Tag um Entschuldigung bitten, also einen anderen zum Richter erheben, oder sich praktischerweise gleich selbst entschuldigen. Eine ziemlich unsinnige Nummer. Ich tue etwas, eventuell denke ich dabei aus Gründen nur an mich, und entschuldige mich dafür, dass mir meins wichtiger war, als die Belange des anderen. Aber so läuft das bei uns.

„Entschuldigung, darf ich da mal kurz vorbei?“ (Vermeintliche Frage mit Demutsgeste)
„Nein!“
„Na hören Sie mal, ich hab mich doch bei Ihnen entschuldigt!“
„Ja, und?“

Das Prinzip, welches hinter diesem kleinen Dialog steht, ist ständig in unterschiedlichen Grössenordnungen zu beobachten.

Von Konfuzius stammt die berühmte Feststellung: Der Weg ist das Ziel. In einem Buch las ich, dass er damit wohl das Anstreben eines Ideals meinte. Man wird es nicht erreichen, aber  nichts sollte einen daran hindern, wenigstens den Weg dahin zu beschreiten. Viele in den staatlichen Stellen tun dies, aber sie befinden sich in einem äusserst schwierigen Gelände. Und ob die Auftraggeber in der Gesellschaft auf einem guten Weg sind, lasse ich hier mal offen.

Es ist eine wilde Meute aus Hobby – Wissenschaftlern, Juristen mit Wissen aus Hochglanzmagazinen und Tresengesprächen, selbsternannten moralsauren Richtern, Büssern, dekadenzgeschädigten Pseudo – Revolutionären, die im Grunde genommen lediglich einen heftigen Ablösungsprozess vom Elternhaus durchleben, Action Film Kampfsportspezialisten, die reale Polizeilagen kommentieren, Unschuldslämmer, die nur ein wenig herumgepöbelt haben … usw., usw..

Aber eins sind sie am Ende alle nicht. Kleine miese bornierte Arschgeigen, die sich in die eigene Tasche lügen. Es wird geleugnet, ignoriert und ausgeblendet was das Zeug hält. Viele lassen es erst gar nicht dazu kommen und beschaffen sich ausschliesslich schmackhafte Informationen. Oder sie suchen sich einen Schuldigen, der sie in die Misere bzw. Handlung getrieben hat. Geht gar nichts anderes muss eine fadenscheinige Begründung gefunden werden. Beispielsweise: Aber ich bin doch Deutscher, mir steht das zu!

Vielfach ist zu lesen, wie Leute nicht verstehen können, dass ein oder mehrere Menschen eine furchtbare Tat begingen. Der Mensch kann von seinen Anlagen her so einiges. Das hat er eindrucksvoll in den letzten Jahrtausenden eindrucksvoll bewiesen.

Entscheidend ist, was er sich selbst von seinen Möglichkeiten zugesteht, welche Vorteile er im Handeln sieht bzw. welche Nachteile entstehen, weil andere gegen halten oder er sich selbst eine nicht erstrebenswerte Umgebung schafft. Beim letzten Punkt sind wir noch primitiver als Höhlenmenschen. Ich glaube, die haben ausserhalb und nicht in der Höhle gekackt. Wir machen das mit unserer unmittelbaren und weiteren Umgebung jeden Tag.

Der Alltag eines Polizisten besteht also darin, sich ständig mit Leuten zu beschäftigen, die sich von einer Unmenge an Verhaltensweisen ein Spektrum zugestehen. In der Theorie ist dieses durch Gesetze eingeengt. In der Praxis funktioniert das nicht, zumal nicht alles geregelt werden kann. Die meisten fühlen sich sogar berechtigt, sonst hätten sie es sich ja nicht zugestanden. Mal ist es der legitime Kampf gegen das System, ein anderes Mal der Kampf gegen rechts und andere sehen ihre Aufgabe darin, das deutsche Volk vor eben jenen anderen zu retten. Irgendwo mitten drin ist das Ideal, je nach Wunschvorstellung, eines Polizisten.

Die Polizei wird zum Symbol für den Staat und der Umgang mit der Polizei, bzw. das Verhältnis zwischen Bürger und ihr ein weiterer Marker für den Zustand der Gesellschaft.

Ich kenne viele Polizisten, die von einer Welt da draussen sprechen. Überall zu lesen ist von „dem“ Polizisten, also quasi vom homo sapiens polizei, einer Spezies, die irgendwie anders ist. Polizisten, die sich als herausstechende kritische Ausnahmen sehen, bezeichnen sich selbst als die andere Polizei – die mit dem modernen Ideal!

Dabei Verhalten sie sich absolut typisch. Sie haben begriffen wie es läuft, erklären was zu tun ist und erläutern Abweichlern vom Idealbild, wie daneben sie sind. Das kommt mir irgendwie bekannt vor. Das mit dem Beschuldigen und Richten in einem Atemzug funktioniert bei denen auch hervorragend.

Meine Ex – Frau sagte einst zu mir, man beschütze uns vor zwei Dingen. Vor enttäuschten Idealisten und davor, dass Du jemals richtig liegst. Das ist jetzt ca. 20 Jahre her. Die Sache mit der Enttäuschung sehe ich heute gelassen. Es bedeutet nur, dass die Täuschung weg ist. Wenn man lernt, dass sich dahinter eigentlich nur der echte Mensch befindet und der nun einmal ist, wie er ist, klappt das ganz gut. Leider hab ich mit dem, was ich damals kommen sah, meiner Beobachtung nach nicht falsch gelegen.

Die Gruppen in der Gesellschaft haben sich massiv polarisiert und werden gegeneinander aufgehetzt. Die Polizei hat sich in vielen Bereichen abgekapselt und selbst eine Spaltung zwischen Bodenpersonal und Behördenleitung erfahren. Ausserdem ist das Leben irgendwie unwirklich geworden. Es fässt sich nicht mehr an, es riecht nicht und hat nichts unmittelbares mehr an sich. Die Menschen sind phobisch, steril, unecht und „hinten herum“ geworden. Man muss Nischen suchen, um noch „Echtheit“ zu erleben. Einfach gestrickte Typen, die geradeaus sind und aus ihrem Herzen keine Mördergrube machen, werden an den Rand gedrängt. Mit der Gestaltung der Gesellschaft haben sie kaum noch was zu tun.

Statt dessen haben Geldverdiener, verbale Standgebläse, Blender, Hochstapler, Dilettanten, hyperempfindliche politisch Korrekte, machtgeile Lügner und Hetzer, IBW’s – Ich Bin Wichtig, Theoretiker ohne Empathie, Poser, Narzissten, komplett das Ruder übernommen und steuern programmierte Humanoide durch die Gegend. (Das ist doch mal eine Auflistung, oder? Habe ich was ausgelassen?)

Na mal sehen … wie das alles noch weiter geht. Bis jetzt gibt es die Nischen noch und ich kenne sie.

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