Langkawi

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Eigentlich hatte ich niemals vor gehabt nach Malaysia zu reisen. Warum, kann ich im Nachhinein nicht mehr sagen. Meine thailändische Aufenthaltsgenehmigung war abgelaufen und ich musste mir das nächste Land für meinen Südostasientrip suchen. Vietnam? Kambodscha? Oder eben nach Malaysia. Ich befand mich zu dieser Zeit auf den Inseln im Süden. Bis nach Langkawi braucht man von dort aus, je nach Reiseweg, nur wenige Stunden. Warum also nicht mal nach Malaysia?

Am Fährterminal sammelten sich wenige Touristen. Die restlichen wartenden Fahrgäste waren Einheimische. Ein Spanier wirkte ein wenig aufgeregt. Er hatte sich einen Tag zu lange in Thailand aufgehalten und befand sich in der Sorge, dass ihm die Beamten Probleme machen würden. Aber er bekam seinen Ausreisestempel genauso unkompliziert, wie alle anderen. Malaysia spielt wirtschaftlich in einer anderen Liga, als Thailand. Während im Nachbarland die Fähren einen rustikalen Charme haben, verkehren dort ziemliche Pötte, die innen wie Flugzeuge aussehen. Während der Überfahrt bekommt der Reisende sogar einen Film zu sehen. Einen merkwürdigen Horror – Comedy Streifen, aber immerhin. Zumal der nicht untertitelt war und somit noch komischer wirkte.
In der Schlange vor der Einreisekontrolle, stand wieder der besorgte Spanier neben mir. Ich schätzte ihn auf Dreissig. Schütteres Haar, Vollbart, und die übliche Backpackerausrüstung, ergänzt mit einer Ukulele. Damals wusste ich noch nicht, was das ist. Vor Thailand war er in Kambodscha und Vietnam unterwegs.
«Hast Du schon eine Unterkunft?», fragte ich.
«Ja, die Jungs in Chiang Rai haben mir ein Hostel empfohlen. Mit einem «Social Space», da lege ich immer wert drauf.»
«Ich auch! Hast Du etwas dagegen, wenn ich mich Dir anschließe?»
«Nein, gar nicht. Ich heiße Havier.»
«Andreas!»
«Bist Du schon lange unterwegs?», wollte er wissen.
«Transsib, Mongolei, Thailand, Laos, Thailand, jetzt hier …»
«Netter Trip. Mongolei kenne ich noch nicht.»
«Teuer! Verdammt teuer, wenn Du etwas unternehmen willst.»
«Dann ist es nichts für mich!»

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