Schreiben – ein Foto von der anderen Seite

Reading Time: 15 minutes

«Als Schriftsteller fotografiere ich – mit Worten –, was ich sehe. Wenn ich also über „Sadismus“ schreibe, dann nur, weil er existiert. Ich habe den Sadismus nicht erfunden und wenn in meinen Büchern noch weitere schlimme Dinge passieren, dann nur, weil sie in unserem Leben passieren.»

Charles Bukowski

Diesem Buch, gingen zusätzlich zur Dienstzeit, eine lange Krankschreibung, eine sieben monatige Reise durch Südostasien und einige Gespräche, in denen es ums Schreiben ging, vorneweg. Autoren und Journalisten rieten mir, mich ein wenig umzuschauen, was die Leute lesen wollen und was sich verkauft. Mir fiel dabei sofort Charles Bukowski ein, der jedem Autor exakt davon abriet. «Mach Dich niemals zur schreibenden Prostituierten. Wenn es etwas in Dir gibt, was es wert ist, aufgeschrieben zu werden, tue es. Musst Du Dich erst vergewisssern, dann lasse es.»

Eine schwere Entscheidung. Sollte ich mich an den Zeitgeist anpassen oder auf den alten Säufer hören? Spoiler: Ich habe mich für ihn entschieden. Die Zeit in einem Abhängigkeitsverhältnis war lang genug. Das Schreiben fühlte sich anfangs merkwürdig an. Zumindest das Autobiografische. Es ist ein Bericht über mich an Fremde, denen ich noch nie begegnet bin. Das Feed-back muss ich dabei annehmen. Eine Art der Selbstzensur.

Wer will schon als der letzte Trottel da stehen? Andererseits ist das immer der Fall, wenn man aus sich heraus geht. Oscar Wilde schrieb hierzu: «Warum teilen wir anderen unsere Meinung mit? Weil wir Angst haben mit ihr alleine zu sein.» Da mag etwas dran sein. Obschon ich größten Teils nichts mehr auf die Meinungen anderer gebe.
In der Epoche der verwalteten Wohlstandsgesellschaften trifft man kaum noch auf echte Querdenker, mit denen sich eine Diskussion lohnt. Zu jedem existieren Datensätze, die in abfragbaren Datenbänken hinterlegt sind. Nach Bedarf werden Filter gesetzt, die nach festgelegten Kriterien Gruppen zusammenfassen. Auf diese werden PR Kampagnen zugeschnitten, die Bedürfnisse wecken, Meinungen bilden und Konnotationen zu Begriffen erstellen. Die Hartzer, die Flüchtlinge, die Asylanten, Generation Y, Generation Z, die Rentner, jeder wird einsortiert. Schubladen, die sauber und ordentlich beschriftet werden. Das Ergebnis ist eine übersichtliche aufgeräumte Gesellschaft. Gruppen lassen sich viel einfacher steuern und verwalten, wie unkontrolliert agierende Individuen.

Selbst wenn wir uns dem entziehen wollen, landen wir in der Gruppe der Individualisten, für die es die passende Kleidung, Rucksack, Wanderschuhe und auf Underdog getrimmte Ware gibt. Sich dem Gruppendruck zu entziehen bedarf eines immensen Kraftaufwands. Die Folge sind Einheitsmeinungen, die immer mit den gleichen vorformulierten Argumenten vorgetragen werden. Die Methodiken der PR Kampagnen sind mittlerweile so ausgefeilt, dass die Menschen kaum noch eine Chance haben, die Manipulationen zu bemerken. Sie glauben über eine eigene Meinung und Wissen, zu verfügen. Tatsächlich wurde sie geschickt in den Köpfen platziert und das Wissen basiert ausschließlich auf Hörensagen.

Immerhin ist es nicht unmöglich, die PR Strategien zu durchschauen. In meiner Vorstellung sind die Agenturen Labore ,in denen Viren für Biowaffen gezüchtet werden. Ein Virus ist ein mit einer genetischen Information versehenes Partikel, welches für die Reproduktion einen lebenden Organismus benötigt. Die Wortschöpfungen werden mit dem Ziel der Meinungsbildung aus den Laboren freigesetzt, woraufhin sie sich wie eine Epidemie in der Bevölkerung ausbreiten. Finden sie einen passenden Wirt, auf die sie zugeschnitten wurden, setzen sie sich fest und übernehmen die Kontrolle. Die Viren verseuchen das Gehirn, mit Begriffen wie: Flüchtlingstourismus, Asylindustrie, Flüchtlingswelle, Flüchtlingskatastrophe, Gutmenschen, Linksfaschisten, linksversifft und vieles mehr. Sie tauchen plötzlich in einer Rede auf und verbreiten sich rasant.

Share Button