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Friday for Future

Mrz 22 2019 Published by under Berlin,Gesellschaft,Kapitalismus,Politik,Uncategorized

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Eine illustre Mischung sammelte sich an jenem Freitag im Invalidenpark unweit vom Naturkundemuseum. Wer hat sich nur diesen seltsamen Platz für eine Demo ausgesucht? Er wirkt mehr wie zugeteilt, damit niemand gestört wird. «Hast Du eine Ahnung, ob die hier nur Antreten oder laufen die zum Kanzleramt?» Meine jüngere Tochter, selbst längst aus der Schule heraus, zuckte mit den Schultern. Also standen wir beide nebeneinander und harrten der Dinge. Am Beginn hatten sich vielleicht 200 Schüler und grob geschätzte 50 Unterstützer versammelt. Großeltern, Eltern oder einfach nur Sympathisanten. «Omas gegen Rechts!» Hielten zwei Frauen ein Pappschild nach oben, «Sag mal haben die das Schild an einem Teppichklopfer fest gemacht?», fragte mich meine Tochter. Ich musste grinsen. «Das nennt man problemlösendes Denken!» Ein paar alte Hippies in ihrer ganzen Farbenpracht hatten sich auch dazu gesellt. So schräg sie auch aussahen, echte Chucks, eine teure NIKON Kamera, Schmuck aus Thailand und Tibet, verrieten den Wohlstand. Einer hielt das Schild «GLOBAL 2000 las ich mit 15.»
«GLOBAL 2000? Ist das schon so lange her?»
«Ja, bin schon ein wenig älter. 1981 oder `82, weiß nicht mehr so genau. Du stammst doch auch noch der Zeit, oder?»
Ich nickte. «Ja, da war mal etwas.»
«Und? Meinst Du, wir müssen uns schämen, weil wir es verbockt haben?»
Kopfschüttelnd antwortete ich: «Nein, Gorleben, Mutlangen, Castor, Wendland, viele von unserer Generation haben eine Menge versucht. Wenn überhaupt haben wir nicht aufgepasst und die Typen mit den Digitaluhren, Aktenkoffer und Lederkrawatte durchkommen lassen. Das war allerdings ein Fehler. Karriere war halt nicht unser Ding.»

Meine Tochter stellte fest: «Die brauchen dringend einen Tontechniker!» Tatsächlich war der Ton mies und die Redner kaum zu verstehen. «Ich habe nichts gegen Motherfucker, aber niemand fickt Mutter Erde!», drang dann doch noch von einem Oberschüler durch die gequälte Box. Grundschüler, Oberschüler aller Altersklassen, mittlerweile an die 600 bildeten einen Pulk.
«Ich hätte ja auch einen Spruch.», sagte ich zur Tochter.
«Und?»
«Wir schwänzen nur die Schule, ihr die Schule des Lebens!»
«Klingt ganz gut.»
«AKK es ist nie zu spät zum Lernen!», reckte eine vielleicht dezent über Sechzigjährige nach oben.
Schulschwänzer? Ich sah nur Demonstranten. Überzeugt und engagiert. Die Aussage kann sich ohne hin nur eine oder einer einfallen lassen, der nichts mehr in seinem verbitterten verkalkten Gehirn hinbekommt. Wer schwänzen will, lässt die anderen demonstrieren und rennt nicht bei 10 Grad mit einem Pappschild in der Gegend herum. Eigentlich bezeichnend, dass Menschen, die offensichtlich lieber schwänzten, statt zu demonstrierten, jetzt mit über Fünfzig auf engagierter Politiker machen.

Am Rande sah ich einen jungen Mann der Flyer für eine App verteilte. Irgendetwas, was man auf sein Smartphone laden kann. Also selbstverständlich nur auf ein IPhone.
«Findest Du das OK, den Scheiß hier zu verteilen?»
«Ja, klar es geht doch um Umwelt?»
«Kapitalismus hast Du nicht begriffen oder?» Mit einem bösen Blick wandte ich mich ab. Einfach der falsche Ort eine derartige Diskussion zu führen. Die Schmeißfliegen des Kapitalismus. Alles wird zu einem Gut. Selbst der Protest und die Demonstranten werden zu Kunden.
«Kommt alle, nächsten Freitag kommt Greta. Wir machen das solange, bis jemand mit uns redet.» Sie werden nicht kommen. Jedenfalls nicht auf die Straße, da können sie nur verlieren. Das Format der sechziger Jahre, wo sie sich stundenlange Wortgefechte mit den Studenten lieferten, haben sie heute nicht mehr.
«Blöder Personenkult!», sagte ich zum Typen neben mir.
«Na ja, wenn es hilft?»
«Schon, aber das macht angreifbar. Es geht um die Sache! Diese Affen werden sich darauf als erstes stürzen. Das kennen sie, einem Leitaffen hinterherrennen, machen sie schon ihr ganzes Leben, bis der auf einer Banane ausrutscht und sie den Leitaffen ablösen können. Na, wir werden sehen.»

Nach zwei Stunden der Abbruch und Rückweg zum Bahnhof. An der Ampel stehend rollte die Blechlawine vorbei. In jedem Auto nur eine Fahrerin oder ein Fahrer. Die Abgase standen neben dem Stau. Ich drehte mir eine Zigarette. «Ist Dir was aufgefallen? Da hättest Du keinen um eine fertige Zigarette bitten können. Die da waren erfüllten alle das Klischee des Selbstdrehers.»
Meine Tochter lachte. «Stimmt!»
Ich schaute wieder auf den Verkehr. Das wird nichts werden, es mag einen Versuch wert sein, aber sie sind zu blöd. Neben uns lief eine Gruppe Pubertierender dumm im «Kanack» miteinander redend an der roten Ampel auf.
Meine Tochter schaute sie skeptisch an. «Manchmal frage ich mich, ob es wirklich eine gute Idee ist, für das Überleben zu kämpfen.»

Bisweilen liegen wir nicht weit auseinander. Alles in allem eine nette Demonstration mit deutlich Potenzial nach oben. Zu leise, zu brav, zu zurückhaltend unter Beobachtung des Staats. Eine Frage an meinen alten Arbeitgeber. Ein BeDo – Trupp bei einer harmlosen Schülerdemo? Die Direktion Einsatz mit Patches wie ein Pfingsochse und lauter Gebamsel am Einsatzanzug und Weste? Zwei Funkwagen und das stinknormale Ehrenkleid mit Mütze hätten es auch getan und einen besseren Eindruck hinterlassen. Da demonstriert die Zukunft und wir prägen sie mit.

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Die unsichtbare Diktatur

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Wer die Welt als sein Selbst erachtet, dem kann man die Welt wohl anvertrauen. Wer so die Welt liebt und gleichsetzt mit sich selbst, dem kann man die Welt überlassen.

Laotze, verm. 6. Jhd v.Chr.

Ich hatte hier im BLOG bereits einmal etwas zum Thema Freiheit geschrieben. Auf meinem Trip durch Asien 2018/2019 begleitete mich das Thema nahezu täglich. Ich reiste durch Länder, die wenig von der Freiheit des Individuums halten, welche die dies offensichtlich zeigen und andere, die von sich behaupten die Freiheit zu gewähren, es aber nicht tun.

Die Freiheit des Menschen und seines Denkens hat mich für mich als deutschen Staatsbürger eine besondere Bedeutung, insofern im Deutschen Grundgesetz diese garantiert wird und die Grundrechte darauf ausgelegt sind, sie jedem Bürger zu ermöglichen. Doch nur weil verfassungsgemäß Freiheit garantiert wird, bedeutet dies noch lange nicht, dass der Begünstigte sie auch tatsächlich nutzt. Es gibt eine Menge Bilder, die man zur Veranschaulichung benutzen kann. Nach längeren Abwägungen finde ich am deutlichsten das Gleichnis mit einem Rahmen.

Das Grundgesetz gibt einen modernen Rahmen, der ein Bild umgibt. Doch wird ein altes Gemälde durch diesen ein modernes? So sehe ich das deutsche Bürgertum, ein altes Gemälde umgeben von einem modernen Rahmen.

Ich persönlich finde «Freiheit» nicht unproblematisch. Da wären die Menschen, die die ihnen gegebene Freiheit dazu benutzen, sie für andere abzuschaffen. Frei nach Goebbels, der spottete, dass die ihm zuteil gewordene Freiheit noch lange nicht bedeutet, dass er und seine Mitstreiter, diese auch der anderen Seite zugestehen. Freiheit geht für mich auch einher mit Verantwortung und Vernunft. Übergebe ich einem Menschen, der weder vernünftig ist, noch dazu bereit ist, für sein Handeln Verantwortung zu übernehmen, ist sie in seinen Händen eine Zeitbombe.

Wer im Nebel über die A2 fährt, kann dieses auf der linken Spur verfolgen. Freie unvernünftige und unverantwortliche Bürger rasen in einer freien Marktwirtschaft produzierten Vehikeln ohne Sicht durch den Nebel. Vernunft und der Mensch scheinen nicht zwingend zusammen zu passen.
Gleichermaßen sieht es beim Kapitalismus und dem zerstörerischen Wirken des Menschen in Bezug auf seine Umwelt, und damit auf sich selbst aus. Die Unvernunft beginnt bereits bei der Trennung zwischen Umwelt und Mensch. Jede Umweltzerstörung ist auch ein Verbrechen an der Menschheit und allen anderen Lebewesen. Beides gehört untrennbar zusammen.

Ein echtes Dilemma. Einerseits ist das, was wir unter Freiheit verstehen, das Recht eines jeden Lebewesens, doch übergeben wir sie einem Großhirnbesitzer, wird es problematisch und endet stets auf ein Neues in einer Katastrophe. Ein theoretischer Lösungsansatz wäre, den Menschen schon von Kindesbeinen an, den Umgang mit der Freiheit zu vermitteln. Reine Theorie! Das kollektive historische Wissen und die Erfahrungen, sagen uns: Unmöglich! Am Ende macht uns der Faktor Mensch immer einen Strich durch die Rechnung.

Der amerikanische Ökologe Garret Hardin setzte sich in den Sechzigern mit einigen Aspekten in seinem berühmt gewordenen Aufsatz: Die Tragik der Allmende auseinander. Er betrachtete sogenannte Kollektivgüter und setzte sie mit der mittelalterlichen Allmende gleich, auf die jeder Bauer sein Vieh treiben durfte. Jeder Bauer versucht, sein Vieh solange wie möglich grasen zu lassen, während sich niemand um die Rekultivierung des Bodens kümmert, somit das Land verödet.

Sein Aufsatz wurde zum Fetisch aller Liberaler und Befürwortern des Kapitalismus. Daran änderten auch diverse Nobelpreise für Analysten nichts, die zumindest abschwächende Lösungsansätze fanden.
Fakt ist, dass die Privatisierung immer Gewinner und Verlierer hervorbringt.Aus diesem Grunde meiner Meinung nach zumindest kritisch zu betrachten. Unter dem Strich entsprach die Adaption seitens der Neoliberalen nicht der Intention des Ökologen, der sich ausschließlich auf eine aus seiner Sicht drohende Überbevölkerung der Erde bezog. Eine Art rhetorische Universalwaffe der industralisierten Länder gegen die Dritte Welt. Gern übersehen wird dabei, dass viele Kinder in der Dritten Welt das fünfte Lebensjahr nicht erreichen. In Sozialsystemen die auf eine Versorgung der Alten durch die Kinder ausgerichtet ist, für die Eltern eine schwierige Prognose.

Im Kapitalismus und in seiner Ausformulierung dem Neoliberalismus, nach heutigem Verständnis, wird Verantwortung durch Gewinnmaximierung ersetzt.

Der Manager eines Konzerns hat sein Handeln darauf auszurichten, dass die Aktionäre das größt mögliche Kapital ausgezahlt bekommen. Dabei sollte vor dem Hintergrund der anstehenden Probleme, der größt mögliche Nutzen und Schadensabwendung für die Erde das Kriterium sein. Konzerne sind keine natürlichen Personen, die sich einzeln in einer Verantwortung sehen. Noch übler sind Investmentriesen, die an jeder Krise verdienen. Per Computer gestützter Analyse erkennen sie sofort, welche Investitionen innerhalb der Krise das größte Kapital abwerfen. Ich empfinde dies als pervers, wider jeglicher Verantwortung und ethisch unvertretbar. Ich stelle mir vor, meinem Nachbarn geht aus irgendwelchen Gründen im Winter das Heizmaterial aus und ich kaufe in der gesamten Umgebung rechtzeitig alles auf, um es ihm dann zu einem überhöhten Preis zu verkaufen.

Für mich steht und fällt alles mit der Verantwortung des Individuums. Das bedeutet, ich muss Rechenschaft für mein Handeln vor jemanden oder einer dazu berufenen Institution ablegen. Religionsstifter haben das praktischerweise ganz nach oben zu einer imaginären Instanz – Gott – delegiert.
Baust Du zu irdischen Lebzeiten Mist, folgt die Strafe nach dem Tode. Na ja, das kann man schon einmal drauf ankommen lassen. Für Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschheit, wurde mit sehr bedingten Erfolg der Internationale Gerichtshof eingerichtet. Vorsorglich lehnen die USA den Strafgerichtshof in Den Hag ab.

Nochmals: Jede Umweltschädigung ist ein Verbrechen gegen die Menschheit! Ob nun Öltanker versinken, Fracking, Regenwaldabholzung, weiterer CO2 Ausstoß, das ungebremste Verbrennen fossiler Brennstoffe, alles davon ist ein Verbrechen, das international zu verantworten ist. Jedem der dazu eine Unterschrift leistet oder sich daran beteiligt müsste bei einem gerichtlichen Ansatz klar sein, dass dies bei Bekanntwerden übel endet. Leider hat die Weltgemeinschaft gelernt, dass dieses bei Kriegsverbrechen nicht funktioniert.

Eben jene angesprochene Verantwortung wird konsequent abgelehnt. Aber wer Verantwortung ablehnt, verwirkt auch das Recht auf Freiheit. Beides steht in unmittelbarer Verbindung zueiander.
Die Deutschen verwenden neuerdings gern das Wort Meinungsfreiheit. Jeder darf frei seine Meinung äußern. Was ist das eigentlich eine Meinung? Im DUDEN steht hierzu: „persönliche Ansicht, Überzeugung, Einstellung o. Ä., die jemand in Bezug auf jemanden, etwas hat (und die sein Urteil bestimmt).“

Jemand kann und darf zum Beispiel die Ansicht vertreten, dass die Erde eine Scheibe ist, Äpfel nach oben fallen und die Addition von zwei und zwei, fünf ergibt. Hilfreich ist diese Meinung nicht, dass sie den naturwissenschaftlichen und mathematischen Erkenntnissen widerspricht. Erkenntnis basiert wiederum auf der Fähigkeit durch geistige Verarbeitung von Eindrücken und Erfahrungen zu einer Einsicht zu kommen.

Die o.g. Ansichten zeigen demnach auf, dass der Äußernde nicht dazu in der Lage ist, kognitiv Forschungsergebnisse, Erfahrungen und Eindrücke zu verarbeiten. Kaum jemand würde auf die Idee kommen, so einem Menschen ernsthafte Aufgaben zu übertragen.Ich stelle mir den Auftrag an einen Architekten vor, der das Ergebnis „fünf“ zu seiner durch das Grundgesetz verbürgten freien Meinung deklariert.

Aber wir übergeben solchen Menschen politische Aufträge. Nichts anderes passiert nämlich, wenn ein Politiker sagt: «Es mag sein, dass 23.000 Naturwissenschaftler, darunter so ziemlich alle anerkannten renommierten wissenschaftlichen Institute der Bundesrepublik Deutschland Erkenntnisse zum auf menschlichen Handeln basierten Klimawandel liefern, aber ich habe eine andere Meinung.» Anders: «Es ist mir vollkommen egal, wenn Mathematiker sagen: 2 + 2 = 4. Meiner Meinung nach lautet das Ergebnis – fünf – ». Diese Aussage ist von der Meinungsfreiheit gedeckt, aber wie gesagt nicht hilfreich.

Vielleicht lautet die Aussage übersetzt auch anders. «2 + 2 = 4, ist grundsätzlich richtig, 5 passt mir aber besser in den Kram und ist für meine Ziele förderlicher, deshalb bleibe ich dabei.»

Dies würde bedeuten, dass dieser Mensch seine Freiheit dafür nutzt seine Ziele durchzusetzen. Wenn das Ergebnis seines Verhaltens katastrophal ist, muss er dafür zur Verantwortung gezogen werden. Da diese Katastrophe bei einer derartigen Realitätsverweigerung und kognitiven Minderleistung erwartbar ist, sollte schlauerweise vor dem Eintritt interveniert werden. Man finde den Fehler!

In der öffentlichen Diskussion hat es sich durchgesetzt einfach mal «fünf» zu sagen. Nicht nur, weil diese Leute schlicht keine Ahnung vom richtigen Ergebnis haben, sondern weil ihnen das falsche Ergebnis von «Meinungsmachern» als korrekt suggeriert wird. Hier schließt sich der Kreis. Kann ich noch Freiheit sprechen, wenn die Leute bis zur Unterkante mittels Kampagnen vom eigenen Denken befreit sind und von anderer Seite her ferngesteuert werden? Sie an das falsche Ergebnis „fünf“ glauben, an dem wiederum ein anderer mit Kalkül Geld verdient?

Wer in Gesprächen innerlich die verwendeten Worte und Argumentationsketten der Anwesenden notiert, stellt schnell fest, wie hoch der Durchsatz mit Schlagworten und Konnotationen ist. Wer den Verdacht hat, dass bei einem Verhandlungspartner ein unsichtbarer Berater dahinter steht, muss nur auf die Wortwahl achten. Entspricht sie nicht der angestammten Natürlichen, stimmt etwas nicht. Findet das Ganze in einem überschaubaren Umfeld, zum Beispiel innerhalb eines Betriebs statt, ist der «Strippenzieher» im Hintergrund schnell enttarnt. Grundsätzlich gilt für mich die Faustformel: Desto reflektierter ein Mensch ist, je geringer der Anteil an Schlagwörtern und vorgefertigten Argumentationsketten.
Anhand der verwendeten Schlagwörter lässt sich vielleicht konkret die beauftragte Agentur ermitteln, aber der Auftraggeber gibt sich durchaus zu erkennen.

Wir leben demnach innerhalb einer theoretisch möglichen Freiheit, die durch PR Kampagnen und ihre Initiatoren, aufgehoben wird. Der Bürger besitzt die Freiheit, ist aber geistig nicht mehr dazu in der Lage sie in Anspruch zu nehmen, da er sich in einem Gefängnis vorgegebener Gedankenmuster befindet.

«Wenn wir den Mechanismus und die Motive des Gruppendenkens verstehen, wird es möglich sein, die Massen, ohne deren Wissen, nach unserem Willen zu kontrollieren und zu steuern.»

Edward Bernays

Aus meiner Sicht gibt es zwei verschiedene Sorten der Diktatur. Die offene, stark in die Jahre gekommene klassische Diktatur mit einem Despoten, Autokraten oder Diktator/Clique an der Spitze und die moderne leise perfide, intelligent mittels Massenmanipulation agierende. Mit einem Freiheitsgedanken hat das nichts mehr zu tun.

Mich amüsiert es, wenn ich in Tweets oder Kommentaren etwas vom «mündigen Bürger» lese. Ich denke jemand wie Bernays oder einer seiner Schüler bräche wahrscheinlich in ein höhnisches Gelächter aus. „Du hältst Dich für mündig – lustig!“
Abgeleitet wird der Begriff von «Mündel», einem Menschen, der selbst keine Verantwortung tragen kann. Der «mündige Bürger» ist einer, der Verantwortung für sein eigenes Leben und sein Handeln übernimmt. Darüber hinaus beteiligt er sich am gesellschaftlichen Entwicklungsprozess.

Die Bundeszentrale für politische Bildung (kurz BpB) fügt ergänzend hinzu:

«Mündigkeit“ hat noch eine weitergehende Bedeutung. Gemeint ist damit auch Selbstbestimmung und Urteilsfähigkeit. Man spricht oftmals von „mündigen Bürgern“ und meint damit, dass die Bürger und Bürgerinnen nicht nur für sich selbst Verantwortung übernehmen, sondern auch für ihren Staat und ihre Gesellschaft. In einer Demokratie wie in Deutschland ist das besonders wichtig. Die Demokratie braucht mündige Bürger und Bürgerinnen, die sich interessieren und engagieren, die bereit sind, politisch im Staat mitzuwirken.»

Der Gegensatz dazu ist geschichtlich der Idiot. Dies war nämlich im alten Rom die Bezeichnung für die leute, die sich ausschließlich im Privaten befanden und am «polis», ergo dem politischen Leben nicht teilnahmen. Später war der Idiot im philosophischen Sinne einer, der im Gegensatz zum Fachmann ein Ahnungsloser war.
Meistens sind die Leute, welche den Begriff «mündiger Bürger» verwenden, diejenigen welche in nahezu jedem Kommentar eine hohe Schlagwortdichte aufweisen. Mit anderen Worten ihre Urteilsfähigkeit an andere übertragen haben. Sie sind in der Regel auch nicht an einem gesellschaftlichen Diskurs interessiert, sondern wollen ihr Recht in Anspruch nehmen, sich ins „Private“, also ins „Idiotische“, zurückzuziehen.

Ich wiederhole es gern immer wieder. Es gibt meiner Auffassung nicht die eine fest definierbare deutsche Gesellschaft. Sie besteht aus einer Vielzahl von Fragmenten. Ein Teil besitzt die Deutungshoheit (auch mal von mir ein Schlagwort) für Moral, Ethik, Recht, Gesetz und Normalität. Daneben stehen diverse andere Teile, von deren Seite anteilig massiv Kritik geübt wird.Wenn ich von Fragmenten schreibe, folge ich damit der Argumentationslinie des Establishments. Schleichend wurden von dort aus die alten Begriffe wie Klasse und Schicht eliminiert. Arbeiterklassse, Oberschicht, Intelligenz, Inhaber der Produktionsmittel oder Kapital, würden Konflikte, Dissonanzen und vor allem eine inhomogene Gesellschaft andeuten. Es passt besser in deren Intention, von einer homogenen Gesellschaft und Outsidern auszugehen. Jene Outsider sind die Hartz IV Bezieher, die Sozialschmarotzer, Linke, Kriminelle pp..

Der Teil mit der Deutungshoheit, also dem dominanten Part, rekrutiert sich größten Teils aus dem Bürgertum. Eins, welches sich seit Anfang des 20. Jahrhunderts kaum verändert hat.Die CDU/CSU nebst der AfD verbalisieren immer noch einen „völkischen Gedanken“, der seinen Ursprung im ausgehenden 19. Jhd. hatte. Der schon fast bedauernswerte Philosoph Habermas musste einen Missbrauch seines Gedankengangs bezüglich einer europäischen Leitkultur hinnehmen, als die Ikone der Neoliberalen Friedrich Merz daraus kurzer Hand eine „Deutsche Leitkultur“ bastelte. Traditionell hält dieses Bürgertum nicht sonderlich viel von der Freiheit des Individuums. Die bedeutet nämllich immer Kontrollverlust.

In einer Zeit, die durch die Digitalisierung und den damit in Verbindung stehenden Folgen, den erforderlichen Reaktionen auf den Klimawandel, ungelöster Hinterlassenschaften aus der Energiepolitik des 20. Jahrhunderts, zunehmender ungerechter kriegsfördernder Ungleichverteilungen, in Arm und Reich gespaltener Gesellschaften, innovative und u.U. sogar radikaler Lösungen erfordert, ist dies ängstliche Beharren an alten Lösungen und Strukturen kontraproduktiv. Festzustellen ist, dass uns diese bisher angewandten Lösungen den Mist eingebrockt haben.

Stellen Sie sich vor, dass Sie eine Idee haben und dafür eine Produktionsmaschine benötigen. Weil sie zwar eine Idee und Vorstellung vom Produkt haben, aber keinen technischen Sachverstand, beauftragen sie Ingieneure und Techniker mit der Konstruktion. Die machen sich ans Werk und nach einem Jahr steht eine Maschine in der Halle. Erwartungsvoll schalten Sie sie ein und warten auf das fertige Produkt. Zu Ihrer Enttäuschung produziert die nur unbrauchbaren Müll, der sich am Ende auch noch als gefährlich erweist. Trotz unzähliger Versicherungen und Nachbesserungen ändert sich am Ergebnis nichts. Was würden Sie tun? Ich denke jeder würde die Konstrukteure hinauswerfen und sich nach neuen mit besseren Ideen umsehen.

Bis in die ausgehenden Sechziger des 20. Jahrhunderts gingen die meisten davon aus, dass der  wirtschaftliche Wachstum und die voranschreitende Technik auch die Situation der Dritten Welt verbessern würde. Sorgen bereitete den Analysten nur die Gefahr eines atomaren Krieges. Die aktuelle weltweite Lage zeigt uns, dass die sich gründlich irrten und einige Faktoren übersahen. Die Konstrukteure des Kapitalismus sind schlicht und ergreifend gescheitert. Bezüglich des Kommunismus eröffnet sich für mich eine Diskussion, ob in der Weltgeschichte überhaupt jemals einer entsprechend der Grundidee existierte. Meiner Auffassung nach nicht. Aber dies gelte es zu diskutieren. Bezüglich Kapitalismus halte ich das für unstrittig. Spätestens, als ich vor einem halben Jahr in Moskau vor einem McDonald stand, wurde mir das bewusst.

Es ist nicht soweit her mit dem Freiheitsbegriff, sich daraus ergebender individueller Verantwortungsübernahme und dem Verständnis, was Freiheit eigentlich ist und bedeutet. Und wenn nicht aufgepasst wird, bleibt nicht viel übrig. Ich vertrete die Auffassung, das seitens der Bevölkerungen böse Fragen zu stellen sind. Befinden wir uns beispielsweise beiden gegebenen Verhältnissen noch in einer Demokratie? Oder ist das international übergreifende politische Geschäft nicht längst an multinationale Konzerne und Investoren übertragen worden? Beschränkt sich Demokratie nicht unter Umständen nur noch auf kommunale Strukturen? Wie sieht es mit dem Verhältnis zwischen einem ethischen Verständnis bezüglich des Lebens auf der Erde und einem rein auf Profit ausgerichteten System aus? Marx ging davon aus, dass ausnahmslos jeder menschliche Aspekt im Kapitalismus zu einem veräußerbaren oder käuflichen Gut wird. Auch die Freiheit?

Letztens ging mir durch den Kopf, dass ich bei der Geburt meiner Kinder zuerst gefragt wurde, ob ich privat oder kassenversichert bin. Gleichzeitig fiel mir auf, dass bei einem Verstorbenen in meinem Umfeld gleich die Frage aufkam, wer die Beerdigungskosten trägt. Sagt das nicht alles über die Gesellschaft aus? Kinder ist das Stichwort der aktuellen Diskussion. In meiner Welt übernimmt ein Mensch, wenn er Kinder in die Welt setzt eine Verantwortung. Mir ist bewusst, dass das nicht jeder so sieht. Ich persönlich verweigere mich dem gesellschaftlichen Anspruch des dominierenden Teils, dass meine Nachkommen funktionierende, das bestehende System stützende und bejahende Zahnräder einer Maschinerie werden, die fortwährend Müll, Umweltzerstörung, Kriege, Hungersnöte, Not und Elend produziert.

Spätestens, als ich in der mongolischen Hauptstadt Ulanbataar auf einem im Kommunismus entstandenen Prachtplatz stand, zu meiner linken Hand die Slums waren und auf der rechten Seite die Phallussymbole des Kapitalismus in Gestalt von glitzernden Wolkenkratzern der Banken, Minengesellschaften und Investmentfirmen sah, war mir klar: Das kann es nicht sein, die machen alles kaputt.

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Lasst es nur einen Anfang sein … Friday for Future

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Die beiden Tweets sind lediglich Beispiele für Reaktionen des Establishments auf die Bewegung, die seitens Greta Thunberg initialisiert wurde, sie als Einzelperson aber längst, wie jede Bewegung überholt hat. Mittlerweile haben sich ihr auch Eltern und Wissenschaftler angeschlossen.

Mal abgesehen davon, dass der Tweet des AfD – Vertreters vollkommen irre ist, zeigt er dennoch eine gewisse Tendenz auf. Nebenbei hat der Attentäter Donald Trump als Vorbild und Wegbereiter seines Gedankenguts benannt. Dem Herrn von der CDU ist nicht abzusprechen, dass er sich zwar in der CDU befindet, aber durch aus mit solchen Worten bei der AfD mit offenen Armen empfangen werden würde. Mir fallen auch ein paar geschichtliche Ereignisse ein, wo die Demonstranten, später Revolutionäre nicht einmal zur Schule gehen durften. Französische Revolution, Deutsche Revolution, Russische Revolution … und es dürfte eine spannende Diskussion sein, was denn eigentlich das „Richtige“ ist.

I can see you in the morning when you go to school
Don’t forget your books, you know you’ve got to learn the golden rule
Teacher tells you stop your play and get on with your work
And be like Johnnie too-good, don’t you know he never shirks
He’s coming along

Supertramp – School

We don’t need no education
We dont need no thought control
No dark sarcasm in the classroom
Teachers leave them kids alone
Hey! Teachers! Leave them kids alone!
All in all it’s just another brick in the wall.
All in all you’re just another brick in the wall.

We don’t need no education
We dont need no thought control
No dark sarcasm in the classroom
Teachers leave them kids alone
Hey! Teachers! Leave them kids alone!
All in all it’s just another brick in the wall.
All in all you’re just another brick in the wall.

Pink Floyd – The Wall

Ich würde die Diskussion damit beginnen. Aber Herr Kuffer ist 6 Jahre jünger als ich (ursprünglich ging ich hier davon aus, dass er älter wäre, aber ich habe es nochmals nachgelesen) , vielleicht ist er mit anderen Vorbildern und Gedankenanregungen aufgewachsen. Vielleicht liegt es aber auch an mangelnden Sprachkenntnissen.

Was passiert eigentlich? Da ich selbst kein Naturwissenschaftler bin, muss ich mich auf die Aussagen der Wissenschaftler verlassen. Ich sehe dabei auch keinerlei Probleme. Wenn gleich weltweit tausende, in unterschiedlichen politischen Systemen agierende und forschende Wissenschaftler, zu übereinstimmenden Ergebnissen kommen, ist salopp gesagt «die Kacke am Dampfen!»

Über Fakten zu diskutieren ist ziemlich sinnlos, Zeitverschwendung und im Übrigen auch vollkommen irrational. Damit ist schon mal jeder Leugner aus dem Lösungsprozess heraus. Was soll die Weltgemeinschaft mit politischen Führern, die nicht einmal derart elementare Dinge intellektuell verarbeiten können. Aber es stellt sich die Frage, wie unser System funktioniert, dass solch einfach strukturierte Menschen in diese Position kommen konnten. Irgendetwas muss falsch sein.

Ein System, in dem die Ignoranz, Narzissmus, diverse Persönlichkeitsstörungen und schlicht nicht dem Durchschnitt entsprechende Intelligenz die politische Elite stellt, muss etwas schief gegangen sein. Auch das ist ein Fakt.

Das Gute an unserer medialen Gesellschaft ist der Umstand, dass sich Menschen mit diesen Störungen gern dort präsentieren und ihr Lebensweg über Jahrzehnte hinweg nachzuvollziehen ist. So hat uns zum Beispiel Christian Lindner viele schöne Zeitdokumente über seinen Werdegang geliefert, die durchaus beispielhaft für diverse Karrieren sind. Schon als Schüler war sein Verhalten auffällig. Mit Anzug und Krawatte saß er seinen Unterricht ab, erkannte schnell, wie man sich innerhalb des Systems Geld verschafft, ohne durch produktive Arbeit bzw. intellektuelle Beteiligung am gesellschaftlichen Geschehen ausgebremst zu werden. Dabei vermarktete er sich bereits zu Abiturzeiten geschickt und vor allem angepasst medial.

Lindner ist quasi eine Gebrauchsanleitung für jeden Abiturienten, wie man im bestehenden System nach oben in die Machtregion gelangt. Eine Professionalität kann ihm in diesem Zusammenhang nicht abgesprochen werden. Mit einem Anspruch einer in Anbetracht der Klimaänderung notwendigen Neuorganisation des globalen und nationalen gesellschaftlichen Denkens hat das nichts zu tun.

Ich habe u.a. die unter dem Durchschnitt liegende Intelligenz, etwas provokativ, angeführt. Ein schwieriges und sehr weites Thema. Die Kriterien für den IQ stehen schon seit Jahrzehnten in der Kritik. Viele Wissenschaftler sagen mittlerweile: Der IQ – Test gibt darüber Auskunft, wie gut jemand einen IQ – Test bewältigen kann – mehr nicht.» Bei der Auswertung der tabellarischen Werte an amerikanischen Universitäten wurde festgestellt, dass die mit den hohen Werten oftmals tatsächlich in der Forschung landeten, während die mit den geringeren ihre Vorgesetzten wurden. Eben eine andere Form der Intelligenz. Sie erkennen die Spielregeln und entwickeln Fähigkeiten im hierarchisch geprägten System, nach oben zu kommen.

Wenn dies beinhalten würde, dass beide Hand in Hand arbeiten würden, ergo die Führungskräfte die Erkenntnisse der Forschenden zum Wohle der Menschheit koordinieren würden, wäre unsere Welt eine andere. Wir wissen aber, dass es nicht an dem ist.

Das angelegte Kriterium lautet: Wie kann das wissenschaftliche Ergebnis für eine Kapitalerzeugung oder militärisch benutzt werden? Ergebnisse, die genau dem entgegen sprechen, sind von vornherein ungewollt, werden angezweifelt und müssen irgendwie vom Tisch.

Kapitalismusfreunde behaupten stets, dass die Finanzierung der Forschung nur über den Kapitalismus funktioniert. Das stimmt bedingt und bezieht sich nur auf die Forschung, die eben jenem Kapitalismus förderlich ist. Geisteswissenschaften, wie zum Beispiel die Philosophie verkommen zur Krawattennadel. Wie das Bild eines hoch gehandelten Künstlers wird die Philosophie als Statussymbol in den Tresor gelegt oder hängt hinter dem Manager eines Konzerns an der Wand. Saul D. Alinsky spricht von «Have» und «Have – Not». Trotz der Tatsache, dass die erste Gruppe in der Minderheit ist, ist sie dominant und verfügt über alle notwendigen Machtmittel, ihren Status zu behalten.

Betrachte ich diese Einteilung global, befinden sich die westlichen Industriestaaten klar in der Gruppe «Have» und der Rest der Welt in der «Have – Not» Position. Und es gibt noch die geringe Zahl, bei denen sich das Kapital fokussiert und ein unterdrückendes Machtschwergewicht jenseits aller Vorstellungen von Freiheit, Demokratie und Selbstbestimmung besteht. Niemand auf der «Have» – Seite, weder die «Echten», noch ihre domestizierten Haustiere, die brav am Tisch warten, dass ihnen etwas vom Braten zugeworfen wird, haben ein Interesse am Wandel bzw. der unausweichlich einzuleitenden Neuorganisation des Systems, wenn eine gemeinsame Reaktion auf die sich ergebenden resultierenden Probleme des bereits eingetretenen Klimawandels, ernsthaft angestrebt wird. Sie sind die Einzigen, die von der Theorie profitieren, dass ein gedeckter Tisch der Reichen durch Investitionen den Armen nutzt. Abschließend!

Es gilt eher der in der Psychologie meiner Auffassung viel zu wenig beachtete Dunning – Kruger Effekt:

„Wenn jemand inkompetent ist, dann kann er nicht wissen, dass er inkompetent ist. […] Die Fähigkeiten, die man braucht, um eine richtige Lösung zu finden, [sind] genau jene Fähigkeiten, die man braucht, um eine Lösung als richtig zu erkennen.“

Das Kalkül der «Have» ist eigentlich recht einfach. Harald Lesch hat dieses hervorragend skizziert. Es wird in einigen Teilen dieser Welt möglich sein, mit ausgeklügelten Technologien die eintretenden lebensfeindlichen Umstände zu kompensieren. Zum Beispiel wenn die Menschen in diesen Gebieten hoch technisierte künstliche Bio – Reservate einrichten.

Meiner Auffassung nach, findet die Vorbereitung bereits statt. Die Forderungen nach Abgrenzung zu den Entwicklungsländern durch den Bau einer «Festung Europa» ist nichts anderes. Denn selbstverständlich werden Menschen aus lebensfeindlich gewordenen Gebieten versuchen sich zu retten. Um dieses zu verhindern, werden Grenzen mit Robotern, Drohnen und Hightech Alarmsystemen eingerichtet werden, die analog zum Drohnenkrieg aus der sicheren Entfernung betreut und gesichert werden können. Bereits heute ist ein Punkt erreicht, an dem die Entwicklungsländer den technischen Vorsprung nie wieder einholen werden. Dafür reicht die Zeit auch nicht mehr aus.

Ich befürchte, das ist die von Herrn Lindner angesprochene professionelle, nahezu desillusionierte militärische Sicht. Die Schüler und die Wissenschaftler sind davon weit entfernt.

Ihre Botschaft: Das ist falsch, inhuman, widerspricht der Vernunft und verachtet das Zusammengehörigkeitsgefühl innerhalb einer Spezies.

Damit kann man einem Liberalen, Neoliberalen, Konservativen und Anhänger des Kapitalismus aber nicht kommen. Vernunft ist bei ihm durch den Glauben an das Kapital und die Gier ersetzt. Erst Recht darf man keine spirituellen Überlegungen erwarten.

Die AfD, die Konservativen CDU/CSU, die FDP und große Teile der SPD sind meiner Meinung gar nicht weit auseinander. Prinzipiell sind die von der AfD die Ehrlichen innerhalb des Clubs. Selbstredend kann auf Dauer eine bei unverändert ablaufenden Prozessen notwendige Grenze nur militärisch und mit Tötung von Menschen gesichert werden. Gauland irrt allerdings, wenn er von Bildern spricht, die die Bevölkerung aushalten muss. Sie wird diese Bilder gar nicht zu sehen bekommen. Eine ausreichend große Verbotszone und passende PR Strategien werden dies zu verhindern wissen. Bereits heute passieren weltweit Dinge, die geschickt manipuliert werden. Ich erinnere nur an den als quasi Video – Spiel inszenierten Golf – Krieg.

Auch die Bildung von Sammellagern außerhalb des Lebensraums der «Have», in denen die anbrandenden Menschenmassen aus den anderen Gebieten dahin vegetieren, nehmen alle genannten Parteien billigend, genauso wie die bereits bestehenden Massengräber in der Libyschen und Marokkanischen Wüste, hin. Das System, welches u.a. dafür sorgt, dass reihenweise Staaten destabilisiert wurden, Despoten die sich zu alimentierten Hunden der «Have» haben machen lassen einsetzte, das seinen Technologievorsprung mittels Rohstoffraub, Versklavung, Stellvertreterkriege sichert, wird von allen forciert und bejaht. Da nehmen sie sich alle nichts, die Geschicklichkeit beim Verkauf der Botschaft ist nur anders.

Zum Thema vorgelagerte Flüchtlingslager werden immer die altbackenen Nationalsozialisten herangezogen. Warum so kompliziert? Die geförderte Forschung an Biowaffen und Virologie macht es doch längst möglich unauffällige Lösungen zu finden. Ich bin davon überzeugt, dass der Tag kommen wird, an dem in diesen Bereichen diese Mittel zum Einsatz kommen. Öfen und Gaskammern sind alte Technologien, da hat man heute andere Sachen. Zynismus? Nein! Der Mensch ist so und nicht anders. Wäre er anders, würden diese Forschungen gar nicht erst finanziert werden.

Die Bundesrepublik Deutschland ist ein Spezialfall. Meiner Kenntnis nach, sind wir der einzige Staat, der mal aufbrachte: Von deutschen Boden aus, darf nie wieder ein Krieg ausgehen. Ein frommer Wunsch! Wir sind mitten drin. Wenn die deutschen Waffenschmieden unter Beteiligung des BND, ergo mit Billigung der Repräsentanten der deutschen Bevölkerung, in instabile Gebiete liefern, ist das eine Beteiligung an Kriegen zum Zweck der Sicherung des eigenen Status. Eigentlich ist es eine einfache Rechnung. Wie viele Waffen wurden in Deutschland produziert, welche Menge wurde davon an unkritische NATO Partner veräußert und was genau passierte mit dem Rest?

Wie viele chemische Substanzen wurden produziert, in welchen legalen Bereichen landeten wie viel, und wo ist der Rest gelandet? Irgendwann wurde schleichend der «Kalte Krieg» für beendet erklärt. Bitte? Wir sind mitten drin und dummerweise sind die beteiligten Parteien gefährlicher den je aufgestellt.

Ja, all das sieht ein 16 jähriger Schüler nicht. Da stimme ich Herrn Lindner vollkommen zu. Die stehen da auf der Straße und sagen: «Ist uns alles scheißegal, es muss eine Lösung geben, wir sind zu jung, macht was!»

Das Problem dabei ist, dass sie fordern, ein sehr wehrhaftes ausgeklügeltes System mit dem Namen Kapitalismus zu überwinden, in dem sie aufgrund des Alters zwar leben, aber nicht handlungsberechtigt sind. Schlimmer noch, sie sind bereits vollkommen inhaliert worden. Sie konsumieren bereits, sie sind längst registrierte Verwaltungseinheiten, werden auf funktionieren vorbereitet, selbst ihr Protest ist bereits zum Produkt geworden, an dem Geld verdient wird. Die Social Media verdienen, die Verlage verdienen, die Populisten verdienen, die privaten Fernsehsender verdienen … das ist nun einmal so im Kapitalismus und wurde von Karl Marx schon vor langer Zeit trefflich analysiert. Dies soll aber kein Hinderungsgrund für den Protest sein.

Die Stärke besteht nicht in dem, was man wirklich an Mitteln hat oder welche realen Möglichkeiten des Handelns existieren, sondern in dem, was der Gegner an Potenzial annimmt. Die Bewegung hat nur eine Chance. Ihr muss die Radikalität abgekauft werden.

Wenn zwei in einem Fahrzeug aufeinander zu rasen und ermitteln wollen, wer der Hasenfuß ist und ausweicht, gibt es ein probates Mittel zu gewinnen. Den Lenker aus dem Fenster halten. Schau mal … selbst wenn ich im letzten Augenblick ausweichen wollte, ich kann gar nicht! Wenn der andere überleben will, bleibt ihm nichts anderes übrig. (Spieletheorie Chicken Run – Game).

Freitags den Unterricht auf die Straße zu verlagern, ist ein netter Anfang. Wird aber sofort konterkariert mit: Die machen das nur, weil sie «schwänzen» wollen.

Die erste Auskunft, die darin steckt, ist: «Als ich zur Schule ging und mich auf ein angepasstes systemgerechtes Leben vorbereitete, hatte ich öfter keinen Bock, und machte blau. Protest war eher nicht mein Ding, weil für meine Karriere hinderlich.» Das sind auch Menschen, die die Anwesenheit in der Schule mit Lernen verwechseln. Ein systemimmanentes Denken. Anwesenheit bedeutet konformes, also ein gutes Verhalten. Die Zweite ist das Denken: Das sind Kinder/Jugendliche, die sind noch unmündig, weil sie noch nicht vom System vollständig im Sinne einer Anpassung geformt wurden. Eine radikale Ablehnung des Systems aus den vorstehenden Gründen kommt ihn nicht den Sinn. Das bedeutet: Die da so reden sind vollständig systemergebende Fürsprecher, welches einer Veränderung bedarf. Sie sind weder zu verändern, noch zu beeinflussen oder überzeugbar. Mit Ihnen sind Gespräche vollkommen überflüssig.

Es bleibt nur die Mobilisierung aller gesellschaftlichen Kräfte, die mit dem System unzufrieden sind und die Notwendigkeit einer Neuorganisation erkennen. Was ethisch u. moralisch zulässig ist und die damit i.V. stehenden Regeln werden immer von der gesellschaftlichen Gruppe bestimmt, die sich im Besitz der Machtmittel befindet. Deshalb ist es durchaus zulässig und vertretbar, wenn die jugendlichen Demonstranten überschaubares Regelwerk missachten. Schulbehörden die mit Geldbußen reagieren, kann man mit öffentlich wirksamer unterlassener Zahlung begegnen. Die Publicity würde ich mir nicht entgehen lassen. 

Die Gegner haben sich zu erkennen gegeben. Dazu gehören die großen Mediengruppen, angeführt vom SPRINGER Verlag (das war zu erwarten), Bertelsmann (auch zu erwarten), die Liberalen, die CDU/CSU, sämtliche im Hintergrund agierende beauftragten PR Strategen, und nachvollziehbar die Konzerne.

Etwas durchsichtig fand ich letztens den rührseligen Brief eines Investmentbankers, der unglücklicherweise von den Betreuern des Thunberg Accounts «geliked» wurde, der selbstverständlich im zweiten Teil seines Briefs auf die Notwendigkeit des Kapitalismus zur Lösung des Klimawandelproblems verwies. Aber immerhin wurde eine neue Strategie gezeigt.

Reumütigkeit antäuschen und das alte ursächliche «Have» – System als Lösung anbieten. Mich wundert dabei, dass die Liberalen da nicht aufgesprungen sind. Merkel war mal wieder schlau und hat es bereits getan.

Die Freitagsdemonstrationen dürfen nur ein Anfang bleiben. Dem Establishment muss mit radikalen Techniken das Potenzial der Bewegung in Aussicht gestellt werden. Das wird schwer. Den Schülern muss zur Seite gestanden werden. Wenn zum Beispiel Oberschlaue die rhetorische Keule herausholen und darauf verweisen, dass die Schüler ebenfalls konsumieren und Müll produzieren, muss sofort die volle Breitseite von etablierten «Willigen» kommen. Erstens haben wir «Älteren» dies zu verantworten, denn wir haben ihnen dieses System vor die Nase gesetzt, zweitens gibt es bekanntermaßen kein Recht im Unrecht. Wenn die Müll hinterlassen, hast Du Vogel noch lange nicht das Recht ungehindert weiter zu machen und drittens bedarf es immer einen Anfang und sei Dir sicher mein Freund, dies ist erst der Anfang. Du schaust nämlich ziemlich doof aus der Wäsche, wenn die den Konsum verweigern.

Notwendig wäre, das alle realistischen Radikalen, sich des positiv belegten Status der Schüler, anschließen, ihre unsinnigen ins Leere gelaufenen rhetorischen Grabenkämpfe aufgeben und einen realen am Menschen orientierten Dialog zu den noch untätigen, aber unzufriedenen Bürgern suchen. Dann ergäbe sich eine echte Chance. Ob sich das umsetzen lässt, wird die Zukunft zeigen.

Ideologisch bereits kaputte Typen, deren Vokabular und Rhetorik nur aus Gender, metoo, Rassismus, politischer Korrektheit, Feminismus pp. besteht, können getrost zu Hause bleiben. Sie sind Teil des Systems, ohne es zu wissen, in dem sie als Funktionäre agieren. Sie liefern nur die passenden Vorlagen für die PR Strategen, damit die mit dem Aufzeigen des Unsinns dieser vollkommen abgehoben argumentierenden selbsternannten Rettern der Moral – also das was die andere Seite auch macht, nur anders, das Bürgertum mobilisieren können.

Ich weiß jetzt schon, was ich nächsten Freitag mache …

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Alte Zöpfe …

Feb 16 2019 Published by under Ethik,Philosophie,Politik,Texte

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Friedrich Wilhelm I. verfügte am 28. September 1717, dass Kinder zur Schule gehen können.

„ … Wir vernehmen missfällig, dass die Eltern, absonderlich auf dem Lande, in Schickung ihrer Kinder zur Schule sich sehr säumig erzeigen. Und dadurch die arme Jugend in große Unwissenheit, was das Lesen, Schreiben und Rechnen betrifft, aufwachsen lassen.“

und weiter:

„ … dass hinkünftig an denen Orten, wo Schulen sein, die Eltern bei nachdrücklicher Straffe gehalten sein sollen, ihre Kinder im Winter täglich und im Sommer, wann die Eltern die Kinder bei ihrer Wirtschaft benötigt sein, zum wenigsten ein- oder zweimal die Woche in die Schule zu schicken.“

Quelle: https://www.deutschlandfunk.de/einfuehrung-der-schulpflicht-in-preussen-zur-bildung-guter.871.de.html?dram:article_id=396893

Es ging also darum, den Eltern auf die Finger zu klopfen, dass Sie gefälligst die Kinder zur Schule gehen lassen sollen. Pflicht bezieht sich demnach auf die Eltern und für die Kinder ergibt sich daraus ein Recht. Zu dieser Zeit waren Kindern entweder familiäre Arbeitskräfte und später in der Industrie billige Arbeitskräfte bzw. unter Tage, aufgrund der Körpergröße gern genommene Werkzeuge. Und der Staat verpflichtete sich dazu, die passenden Möglichkeiten zu schaffen.

Zur Schule zu gehen ist damit in erster Linie ein Recht neben anderen Rechten. Wir unterstellen Kindern grundsätzlich ein nicht vorhandenes Bewusstsein dafür, was passiert, wenn sie nicht zur Schule gehen, deshalb haben wir ein Auge darauf. Das ist soweit auch vollkommen richtig.

Zu meiner Schulzeit, damals in der Rolle eines stellvertretenden Schulsprechers, organisierte ich zusammen mit anderen einen Schulstreik. Ich war jung und dachte nicht nach. Hätte ich nachgedacht, würde ich damals eine andere Formulierung gefunden haben. Nämlich: Wir haben unsere Rechte gegenüber gestellt und beschlossen, dass das Eintreten für unsere Zukunft, in dem wir gegen den NATO – Doppelbeschluss und die russischen SS20 Raketen demonstrieren, damit endlich die Gefahr eines atomaren Krieges gebannt wird, schwerwiegender ist. Kommt – beidseitig – endlich zur Vernunft.

Das Wort «Streik» ist fehl am Platz. Streiken ist ein Arbeitskampfmittel gegen Unternehmer. Es schädigt diesen und führt im Idealfall zum Einlenken. Wen sollte der Schüler mit seiner Abwesenheit vom Unterricht schädigen? Insofern ist das Wort «Schulstreik» sinnlos.

Was erreichten wir? Objektiv nichts! Das konnte vorher niemand wissen, war aber auch nicht zwingend Sinn und Zweck. Die Leute in der Politik sollten daran erinnert werden: Über Euer Dasein hinaus gibt es Menschen, die mit Euren Entscheidungen leben müssen, nämlich wir dort auf Straße.
Ähnliches passiert heute wieder, mit den gleichen Fehlern. Wieder wird von einem Schulstreik gesprochen und erneut wird der Begriff Schulpflicht falsch verstanden. Wobei meiner Auffassung nach, die unglückliche Wortwahl Schulstreik zu vernachlässigen ist, während das Missverständnis in Sachen Schulpflicht eine andere Denkrichtung eröffnet.

Schule ist kein Selbstzweck. Dort sollen Schülern mehrere Dinge vermittelt werden. Zum einen ein gewisses Grundwissen. Sprachen, Mathematik, Physik, Erdkunde, kulturelles Wissen gehören dazu. Darüber hinaus Geschichtswissen, wie unser Staat und Gesellschaft funktioniert und sie sollen eine Sozialisation zum mündigen Staatsbürger erhalten. Eine Demonstration, sich zeigen und die Überzeugung auf der Straße kundzutun, ist ein Kernbestandteil unseres Staatssystems. Der Kritiker mag sagen: Ja, aber nicht während der Schulzeit. Nun, die Wahl der Zeit verfolgt ein Ziel. Mal ganz davon abgesehen, dass es kaum einen besseren Unterricht geben kann, denn das eigene Erleben. Das Fernbleiben vom Schulgebäude soll Aufmerksamkeit erzeugen, Signale setzen und Diskussionen auslösen.

Einigen gefällt das nicht – Ziel erreicht! Über lange Zeit wurde von einigen kritisiert, dass sich junge Leute nicht mehr politisch engagieren. Manch einer mag darüber auch dankbar gewesen sein. Interessanterweise ist mit der Forderung nach dem politischen Engagement häufig verbunden, wie das stattzufinden hat. In geregelten Bahnen, brav, unauffällig und über die innerparteilichen Instanzen. Das könnte einigen gut in den Kram passen, dann könnten sie es nämlich kontrollieren und kanalisieren. So funktioniert das aber nicht!


Nach 1945 haben wir in Deutschland unsere Erfahrungen mit der repräsentativen Demokratie gemacht. Manches hat sich gut entwickelt, einiges weniger gut. Unterschiedliche Faktoren haben dazu geführt, dass eine politische Klasse entstanden ist, die sich verselbstständigt hat. Die Funktion Politiker wurde zum Lebensberuf. Häufig kommt es dazu, dass Leute von der Schule aus zur Universität gehen, einen einschlägigen Studiengang belegen – BWL, VWL, Jura, Soziologie – und auf dem direkten in die Politik gehen, in dem sie sich in der Hierarchie einer Partei nach oben arbeiten. Das gelingt ihnen deshalb, weil sie im Studium die für viele andere Berufe schwer zu durchschauenden komplizierten Mechanismen einer Partei durchschauen und für sich benutzen können. Eine politische Idee oder Vorstellung zu haben ist eins, sie im deutschen «Über» – Regelwerk an den Start zu bekommen ist ein rückwärts eingesprungener Rittberger und nachfolgenden Salto vorwärts. Dafür haben «Verwaltungsmenschen» in einer durch und durch verwalteten Gesellschaft in Jahrzehnten gesorgt. Das verschafft der zweiten Hauptgruppe unter den Berufspolitikern, nämlich den Beamten, zumeist aus dem Höheren Dienst, entscheidende Vorteile. Mit dem realen Leben, z.B. in einem mittelständischen Handwerksbetrieb, hat das alles nichts mehr zu tun. Beamte, Juristen, Kaufleute (die niemals in diesem Sinne gearbeitet haben), leben erfahrungsgemäß in einer sogenannten Papierlage, die sie für die Realität halten. Außerdem haben diese Menschen, wie man heutzutage sagt, eine Kernkompetenz. Die Durchsetzungsfähigkeit in einer Hierarchie, welche mit institutionellen Autoritätsverhältnissen arbeitet, die selten etwas mit natürlicher menschlicher und über Jahre hinweg, gewachsener Autorität zu tun hat.

Vor diesem Hintergrund mag der aktuelle Schülerprotest gegen die politischen desaströsen Eskapaden in der Klima – Politik, eines der wichtigsten Themen überhaupt, naiv und hilflos erscheinen. Aber er ist direkt und einfach: Was auch immer Ihr da erzählt, es ist schwachsinnig, denn wir messen Euch Politiker an den Ergebnissen. Für mich bei diversen politischen Themen eine sehr einfache aber durchaus wirkungsvolle Betrachtungsweise. Ich muss als Bürger nicht zwingend verstehen, warum und wieso etwas nicht funktioniert, wenn ich sehe, dass das was am Ende heraus kommt, Schrott ist.


Ich finde, es verhält sich wie bei einer Produktionsmaschine. Ich will etwas herstellen und hole mir ein paar Ingenieure und Kreative herbei, die mir eine passende Maschine bauen sollen. Sie machen sich ans Werk und eines Tages produziert sie. Jetzt sehe ich mir das Produkt an. Wenn es unbrauchbar ist, eventuell sogar gefährlich, ist etwas schief gelaufen. Dafür muss ich nicht das Innere der Maschine verstehen, dafür habe ich meine Ingenieure, die behaupten solche Maschinen konstruieren zu können. Allerdings muss ich mich auch selbst prüfen, ob mein gewünschtes Produkt an sich sinnvoll ist.

Wir wollen globale Veränderungen, in Bezug auf das Klima, Müll, Umwelt, Artenschutz, bessere Verteilung der Ressourcen, Bekämpfung der Armut, Hunger und vor allem keine Kriege. Das ist unser gewünschtes Produkt. Konstruiert und erbaut wurde uns eine Maschine, die dauerhaft unbrauchbaren Ausschuss produziert. Die Schüler sehen das ziemlich klar und ohne all die Brillen, die Ältere auf der Nase haben. «Es ist uns ziemlich egal, warum die Maschine nicht funktioniert, wir wissen nichts über den inneren Aufbau, aber das Produkt zerstört unsere Zukunft – tut etwas dagegen. Wir sind noch nicht so weit, würden aber ganz gern eine Chance haben.» Diese Forderung finde ich verständlich und in Anbetracht der uns bekannten Zahlen auf diesen Gebieten auch durchaus begründet.

Jetzt gibt aber einige der älteren Generation, die sich brüskiert zeigen. Ich vermute, mehrheitlich sind es die, welche auch damals nicht dabei waren. In Betrieben gibt es immer mal wieder Konstrukteure, die aus lauter Eitelkeit sagen: «Wieso? Das Ergebnis sieht doch ganz gut aus, ein paar kleinere Verbesserungen und es sieht doch gut aus.» Da bedarf es dann einiger Vernünftiger die auf dem Tisch hauen. «Klappe halten! Das ist Schrott und ein Blinder mit Krückstock kann es erkennen. Mach was Du Idiot oder wir haben hier ein Problem. Wenn die Produktion so weiter läuft, fliegt uns der Laden hier um die Ohren.» Ich denke, einige haben auch ein ausgewachsenes Problem damit, die Fehler im Denken und bei der Vorgehensweise einzugestehen. Es würde nämlich bedeuten, dass ihre Lebensleistung in Frage gestellt wird. Dabei ist es simpel. Fehler müssen passieren, damit man herausbekommt, wie man es nicht machen sollte. Aber mit diesem Ergebnis muss man arbeiten und nicht immer weiter machen.

Wie auch immer Greta Thunberg einzuordnen ist. Tausende Schüler sind ihr gefolgt und der Reflex der älteren Unverbesserlichen ist langweilig, vorhersehbar und einige tausend Jahre alt.

„Die Jugend achtet das Alter nicht mehr, zeigt bewusst ein ungepflegtes Aussehen, sinnt auf Umsturz, zeigt keine Lernbereitschaft und ist ablehnend gegen übernommene Werte“


Keller, 1989, ca. 3000 v. Chr., Tontafel der Sumerer

Wir reden immer gern davon, dass die Menschheit, zumindest in Europa, sich weiterentwickelt hat, dass Mittelalter, die Monarchie und die Barbarei hinter sich gelassen hat. Mir kommen nicht nur Zweifel, sondern bisweilen gehe ich von Gewissheit aus, dass dieses nicht der Fall ist.

In meiner Jugend sagten Ältere gern zu mir: «Du musst auch mal auf Ältere hören und ihre Erfahrungen respektieren.» Ich ahnte damals schon, dass die Sache hat einen Haken. Die hatten ihre eigenen Erfahrungen, in ihrer Zeit und vor dem Hintergrund der zurückliegenden Ereignisse. Heute bin ich einer der Älteren und blicke auf meine Erfahrungen zurück. Wie gesagt, wir erreichten damals nichts. Aber das bedeutet nicht, dass die Neuen keinen Erfolg haben können. Eine neue Zeit, ein anderes Problem, eine andere Gesellschaft, keiner kann diesbezüglich Prognosen treffen. Versucht es! Wir werden sehen, was sich daraus entwickelt. Die Älteren sagten auch zu mir: «Du musst auch mal eine Sache zu Ende bringen!», genau so, wie sie die Erziehung junger Männer zu disziplinierten Mitgliedern der Gesellschaft via Bundeswehr favorisierten. Nebenbei eine sehr seltsame Logik, damals gab es keine Frauen beim Bund. Waren die damit alle undiszipliniert? Egal, dieses nur als Beispiel überkommener Traditionen. Das sind alles Durchhalteparolen, die den Menschen in einer ihm feindlich gesonnenen Umwelt überlebensfähig machen sollen.

Wir sollen was wir angefangen haben auch zu Ende bringen. Dann können wir angeblich zurückschauen und uns auf die Schulter klopfen, dass wir etwas erreicht haben und daraus eine Selbstbestätigung ableiten. Ich persönlich wäre nachträglich dankbar, wenn ein paar Leute in der Geschichte mal darüber nachgedacht hätten, was sie da angefangen haben, ihren Stolz und Wunsch nach Selbstbestätigung überwindet und es nicht zu Ende gebracht hätten. Das ist für mich echte Größe. Trotz erheblicher Investitionen die Erkenntnis zuzulassen: Das war eine extrem blöde Idee von mir. Selbstbestätigung kann der Mensch auch anders erlangen.

Auch dies ist die Botschaft der Schüler: Ihr habt da ein paar Sachen in Gang gesetzt, die ihr besser nicht zu Ende bringen solltet. Wir benötigen im 21. Jahrhundert neue Ansätze und keine, die ihren Ursprung im 19. Jahrhundert haben, zwei Weltkriege, eine kaputte Gesellschaft, die Zerstörung der Umwelt und den Klimawandel, wenigstens begünstigten. Insofern liebe Schüler wünsche ich Euch viel Glück und denen die auf häuslichen Widerstand treffen, viel Kraft und Stärke, dass gehört bei Protest immer dazu. Es ist nicht zu erwarten, dass diejenigen, gegen die man protestiert, vor Freude in die Hände klatschen.

Und lasst Euch nicht beirren von ihm Kopf verkalkten Kommentatoren, die Euch einen Flug, ein Smartphone oder Euren Konsum vorwerfen. Das ist in vielerlei Hinsicht grotesk und gibt mehr Auskunft über die, denn es echte Kritik an Euch ist. Erstens haben sie die Voraussetzungen dafür geschaffen und die Gesellschaft geformt, in der ihr dieses Konsumverhalten erlernt habt. Zweitens setzt ihr diese Dinge ausnahmsweise mal nutzbringend ein. Alles was ihr jetzt benutzt, wurde in dem System produziert, was Ihr jetzt kritisiert. Ihr müsst Euch nur darüber klar sein, das Forderungen auch Folgen haben können und eine Gesellschaft dann deutlich anders aussehen wird.

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