März 24 2019

Polizei a.D. vs. System? Ein Widerpruch?

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Von einer wahrlich gut über meine Person informierte Frau bekam ich letztens die Worte zu hören: «Du kannst doch nicht, nach dem Du über 30 Jahre als Vertreter des Systems gearbeitet hast – dieses mit einem Mal anzweifeln.»

Diese Aussage ist meiner Auffassung nach symptomatisch in der öffentlichen Diskussion über die Polizei und ihre gesellschaftliche Rolle. Ich glaube, einige unterliegen da einem Irrglauben bzw. einem Missverständnis. Gar nicht wenige ergreifen den Beruf Polizist, weil sie eine gewisse Grundüberzeugung mit Geld verdienen kombinieren. Zumindest kenne ich sehr viele, die das Grundgesetz in seiner Ausgestaltung für eine gute, wenn nicht sogar die erstrebenswerteste Verfassung, für einen modernen Staat halten. Vieles wurde mir persönlich erst in der Ausbildung ab 1987 bewusst. Auch heute noch, stehe ich dazu, dass das was da steht, eine wirklich gute Sache ist.

Doch das Grundgesetz ist ein Rahmen. Die Gesellschaft, die Politiker, die Wirtschaft innerhalb dieses Rahmens ist eine ganz andere Nummer. Seit dem Inkrafttreten wurde an den Artikeln immer wieder herumgebastelt. Meistens war dies von erheblichen Protesten in der Bevölkerung begleitet. Gekümmert hat es am Ende niemanden und die Veränderungen standen. Meistens wurde mit der Veränderungen der Zeiten argumentiert und oftmals war es die Angst, welche benutzt wurde. Mich hat das schon immer fasziniert. Ich finde es anmaßend, Leuten die damals unter dem Eindruck des Nationalsozialismus, Krieg, Terror, etwas entwarfen, zu unterstellen, dass sie von einem Terror der heutigen Zeit nichts wissen konnten.

Ich glaube, es reicht für den Entwurf allgemein gehaltener Maxime vollkommen aus, um die Kontroll – und Überwachungssucht des Staats zu wissen. Man muss nichts über die technischen Möglichkeiten der Zukunft wissen. Die Annahme lautet: «Wenn etwas auf den Markt kommt, werden es bestimmte Persönlichkeiten auch nutzen wollen!» Ich stütze diese Behauptung unter anderen darauf, dass sich die europäischen Staaten immer mehr den Dystopien aus den Zwanziger und Dreissiger Jahren des 20. Jahrhunderts annähern. Diese Entwicklung hat wiederum nichts mehr mit den Ideen der Schöpfer des Grundgesetzes zu tun.

Unmittelbar regelt das Grundgesetz nicht das Wirtschaftssystem der Bundesrepublik Deutschland. Es stellt lediglich Anforderungen an ein Wirtschaftssystem. Gelenkte und geplante Wirtschaftsstrukturen schließt es genauso aus, wie die allgemein als Raubtierkapitalismus bezeichnete vollkommene unkontrollierte freie Entfaltung. Das passt einigen, insbesondere den Global – Playern nicht in den Kram, weil sie dieses als Hemmschuh für Wachstum und Konkurrenzfähigkeit des Standorts Deutschland betrachten.

Meinem Empfinden nach, bekommen die Vertreter dieser Auffassung immer mehr Oberwasser. Dies hat gesellschaftlich tiefgreifende Folgen und betrifft auch jemanden, der einer in der Verfassung implementierten Säule, nämlich der Exekutive dient.
Im Grundgesetz steht auch nichts über die gesellschaftliche Entwicklung in eine verwaltete Gesellschaft. Wenn überhaupt ließe sich ein Verbot aus dem Passus, dass die Würde des Menschen unantastbar ist, ableiten. Wer Menschen ihrer Individualität beraubt, sie in politischen Reden stets in Kategorien einsortiert, unter Begriffen zusammenfasst, Gesetze und Verwaltungsvorschriften erlässt, die dies tagtäglich forcieren, entzieht Menschen die Würde.

Es ist dem «einfachen» Bürger nicht vorzuwerfen, wenn er nach ständiger verbaler Beeinflussung durch eine politische «Elite», dies in sein Verhalten übernimmt. Doch die Elite verliert die Berechtigung diese Bezeichnung in Anspruch zu nehmen. Was ein großer Teil jenseits der von Ghostwritern und Beratern vorgebenen Texte für Bundestagsreden von sich gibt, ist absolut unterirdischer Populismus. Teilweise, nämlich dann wenn für einen Deutschen nicht zu Diskutierendes mit Euphemismen verschleiert wird, geht es ganz weit über den Rand des Grundgesetzes hinaus. Umzäunte und bewachte Auffangzentren außerhalb des Staatsgebiets sind im deutschen Sprachgebrauch immer noch Lager. Wenn überhaupt, könnte man auf deutschen Gebiet von einem Durchgangslager analog zu Friedland sprechen.

Es ist erbärmlich, wie sich das Establishment, allen voran die CDU/CSU gegenüber der AfD positioniert, wenn sie von denen behauptet, dass sie Unsägliches wieder hoffähig machen wollen. Aber beispielsweise, vertreten von der Jungen Union, von „Gleichschaltung“ spricht. Dobrindt spaziert ebenfalls ein wenig durch die Geschichte und fordert die „Konservative Revolution“, aus der bekanntlich ein aus Österreich zugewanderter Politiker namens Adolf Hitler die NSDAP bastelte. Auch solche Dinge stoßen einem überzeugten Kriminalbeamten auf. Ich weiß nicht, wie oft ich bei Berichten überlegte, welche Worte ich verwende, um nicht einen vollkommen falschen Eindruck zu erwecken. Ich habe mir einige Gedaanken darüber gemacht, wie das mit der Gleichschaltung der Gesellschaft, unter anderen bei der Polizei, passieren konnte. Aber Herr Seehofer kämpft ja auch bis zur letzten Patrone.

Die Gesellschaft, die der Polizist dient, hat diese Menschen an die Spitze des Staats gesetzt! Freundlich ausgedrückt „ultrakonservative“ die jeden Tag bewusst und vorsätzlich mit den niedrigen Instinkten der Masse spielen. Als ich bei der Polizei anfing, hatten sich gerade Leute wie Franz – Josef Strauss aus dem großen Geschehen verzogen. Innensenatoren, die sich nicht unter Kontrolle hatten, bekamen mächtig Gegenwind. Die Republik befand sich politisch im Aufwind und wurde langsam, trotz der Lethargie der Bonner Provinz und einem mehr als biederen Dauerkanzler, zu einem wirklich aufgeklärten modernen Staat. Die rhetorischen Propaganda – Kriege zwischen dem „Schwarzen Kanal“ – Schnitzler und ZDF Magazin – Löwenthal, dienten fast nur noch der Erheiterung. Heute kommen mir die beiden vor dem Hintergrund des aktuellen Geschehen wie blutige Amateure vor.

Mir ist in Gesprächen aufgefallen, dass gerade die Generation der heute 70 – 80 jährigen Bundesbürger, also die der Anfangszeit nach dem II. Weltkrieg, dies durchaus kritisch beäugt, während die Generation der 40 – 60 jährigen, eher unbesorgt damit umgeht. Ich empfinde beim Zuhören auch oftmals eine Abgestumpftheit der Sprecher. Sie leben innerhalb des Rahmens «Grundgesetz», aber sie leben nicht aktiv die Idee.

Den „Grünen“ wird neuerdings vorgeworfen, dass sie eine Verbotspartei wären. Beginnen wird doch erst einmal damit, mit welcher Impertinenz, Respektlosigkeit und Arroganz „Hierarchiespazierer“ wie Spahn, Lindner, Söder, Dobrindt u.a. auf normale Menschen eindreschen, die im Gegensatz zu ihnen eine echte Lebensleistung vollbracht haben und nun vor den Trümmern ihres Lebensentwurfs stehen. Es soll noch Menschen geben, die arbeiten und nicht ihr Leben nach der Karrieregeilheit ausrichteten.

Jedes Recht und jede Freiheit muss der auf Gier und Drang nach unbegrenztem Wachstum geprägten Wirtschaft abgerungen werden. Der Kapitalismus hofiert nun einmal diese im menschlichen Verhalten implementierten Phänomene. Bisher ging alles gut, doch langsam melden sich Zeichen am Horizont, dass das ganze aus dem Ruder gerät.

Die sozialen Spannungen werden größer. Die geringer Bedachten oder Verlierer werden an die Ränder der Städte gedrängt und verkommen dort zu verwalteter biologischer Masse. Es entstehen scharf abgegrenzte Eliten. Sicherheit – und Schutzbedürfnisse werden zur Frage des gezahlten Geldes. Wer es sich leisten kann, zieht in Häuserkomplexe mit eigenen Sicherheitsdiensten. Wohlhabende Bürger bezahlen private Security – Streifen, die gekleidet in Fantasieuniformen Quartiere beschützen sollen.

Statussymbole nehmen eine immer wichtigere Rolle ein. Hingegen sinken Persönlichkeit und Lebensleistung im Ansehen bzw. verlieren ihre gesellschaftliche Rolle. Parallel wird das Bedürfnis nach diesen Symbolen seitens der Werbung (Wirtschaft) befeuert. Alles Prozesse, die auch im Ostblock nach der Öffnung in den Neunzigern zu beobachten waren und auch heute noch dort deutlich gesehen werden können.

Parallel werden in der Gesellschaft der «Habenden» dekadente Diskussionen geführt, die mit der Lebensrealität der Menschen den Hochhäusern am Stadtrand, den Zonenrandgebieten oder strategischen innerstädtischen Spekulationsgebieten, nicht im entferntesten etwas zu tun haben. Auch dieser Spalt wird immer größer. Ich unterstelle einer großen Zahl prominenter „LINKER“, dass sie sprachlich und programmatisch zur ehemals als „Arbeiterklasse“ bezeichneten Schicht, jeden Kontakt verloren haben.

Ich habe das beruflich in den vergangenen dreissig Jahren alles verfolgen können. Bereits in den Neunzigern dämmerte mir bei einem Aufenthalt in der damals noch bestehenden Tschechoslowakei, während meiner Zeit in Kommissariaten welche sich auf Organisierte Kriminalität durch Bürger aus Restjugoslawien und G.U.S. spezialisiert hatten, dass ich in eine Zukunft blickte. Als ich um 2000 von einer privaten Sicherheitsfirma in der Berliner Potsdamer Straße aufgefordert wurde, mit meinem Zivilwagen wegzufahren oder in Marzahn beim Betreten eines Hauses einen uniformierten Portier passieren musste, rundete sich mein Bild langsam ab.

Die nachfolgenden operativen Einsätze in den Siedlungen von Spandau, Neukölln, Marzahn, Hellersdorf bestätigten mich in allem, was ich oben formuliert habe. Noch übler sieht es in den «ärmeren» neuen Bundesländern aus. Was wir dort als Berliner verdeckt operierende Einsatzkräfte zu sehen bekamen, hat sich mir tief eingeprägt. Zeitweilig wähnte ich mich in der Dritten Welt. Wer dort auch noch Heime für Zuflucht Suchende aufstellt handelt meiner Meinung nach mit Vorsatz und will für seine Zwecke die Eskalation der Situation. Da steckt Kalkül dahinter.

Wer von einem Konsens der Gewaltlosigkeit, einer deutschen Leitkultur spricht, redet nicht über die Siedlungen, in Rostock, Frankfurt/Oder, Cottbus, Berlin, Magdeburg und anderen Gebieten. Wir steuern, wenn wir nicht längst schon angekommen sind, auf einen Zustand zu, in dem sich die glitzernden wirtschaftlichen Erfolgsmeldungen nur auf eine sich gern präsentierende Minderheit, beziehen, die das echte Bild verschleiern. Ich wehre mich dagegen, die Menschen, die dort abgehängt von allem sich sozial selbst überlassen sind, aufgrund ihres Verhaltens zu verurteilen. Wer dort nicht heranwächst, muss erst einmal das Gegenteil beweisen.

Der natürliche Lebensraum eines Kriminalbeamten ist genau an diesen schwierigen Plätzen. Exekutive bedeutet auch, für die Entscheidungen und Bestrebungen einer gewählten Regierung einzutreten und die Folgen zu sehen. Ich bin kein Verfassungsrichter, insofern steht es mir nicht zu, das Gebaren als verfassungswidrig zu bezeichnen. Aber ich erlaube mir ein persönliches Empfinden. Und das meldet mir, dass das mit Regieren im Sinne des Wohls für die Bevölkerung und der Menschlichkeit nichts mehr zu tun hat.

Alles ist darauf ausgerichtet: «Geht es der Wirtschaft gut, geht es auch dem Volk gut!» Ich mach mal eine andere Rechnung auf. Der Wirtschaft im Falle eines Konzerns oder Global – Players, um bei diesem namen – und gesichtslosen Begriff zu bleiben, geht es am besten, wenn wenig Gehälter gezahlt werden müssen, die Sozialabgaben gering sind, die Rente klein ist und maximale Gewinne erzeugt werden können. Der Wirtschaft, bezogen auf den inneren Markt und Wohlstand des Bürgers, geht es gut, wenn die Kaufkraft des Inländers hoch ist. Portugal hat das gerade erfolgreich vorgemacht. Wie es anders aussieht habe ich in der Mongolei gesehen. Schaut man sich die Innenstadt von Ulanbataar an, wähnt man sich in einen aufstrebenden Staat. Jeder Meter, der einem aus der Innenstadt entfernt, zeigt einem den Irrtum auf. Doch soweit muss man gar nicht reisen, wenn man in Berlin wohnt. Da gibt es diesen Effekt auch. Passend hierzu gehorcht die Berliner Polizeiführung den Vorgaben der «Habenden». Den neuen Konzepten nach, wird die Polizeipräsenz in der Innenstadt erhöht und damit am Rande ausgedünnt.

Die aktuelle Situation Hartz IV ist für mich ein Beruhigungsmittel. Die Leute bekommen genau die Zuwendungen, die sie halbwegs überleben lasssen und sie mit dem Druck versehen, bei Zuwiderhandlungen das auch zu verlieren. Anderenfalls bestände das Risiko, dass sie zur Revolte übergehen. Wie das ausgeht und aussieht erleben wir gerade in Frankreich. Die sind Deutschland nämlich auf dem Land, in den Banlieue und den Randgebieten um wenige Jahre voraus. Amüsanterweise (Zynismusmodus!) schreibt die Zentrale für politische Bildung dazu:

Seit drei Jahrzehnten stellen die benachteiligten Randgebiete der französischen Großstädte eine zentrale Herausforderung der französischen Innenpolitik dar. In den Banlieues prägen Arbeitslosigkeit, städtische Verwahrlosung und Gewalt den Alltag. Urbane Ausschreitungen erreichten 2005 ein erschreckendes Ausmaß. Experten warnen vor einer starken sozialen Segregation, wie sie in vielen US-Städten zu finden ist.

Ich habe mir das mal vor einigen Jahren in Paris angesehen. Als jemand, der in einer Berliner Hochhaussiedlung aufwuchs und dort ab und zu zum Zwecke der eigenen Erdung mal vorbei schaut, kam mir vieles merkwürdig bekannt vor. Im Gegenzuge bestätigte mir ein Sozialarbeiter aus Paris, der sich mal Berlin mit seinen Augen ansah, mein Gefühl. Aus Gesprächen mit Lokalpolitikern weiß ich auch, dass die das durchaus genauso sehen wie ich.

Gleiches spielt sich bei der Bekämpfung der Drogenszene ab. Man stelle sich vor, der «Görlitzer Park», wäre irgendwo am Rande von Marzahn oder Heerstraße – Nord. Kein Mensch würde sich dafür interessieren. In Berlin spielt sich immer das gleiche Spiel ab. Quartiere werden herunter gewirtschaftet. Dann kommen sie Studenten und Künstler auf der Suche nach günstigen Wohnraum. Die Gegend wird «hipp» und attraktiv für «Habende» mit alternativen aufgeklärten Lebensverständnis. Bevorzugt ziehen dann Anhänger der «Grünen», Kreative, Designer und Architekten in die Häuser. Die Mieten steigen und das Niveau hebt sich. Übrig bleiben die Fragmente vor der Tür. Obdachlose, Abhängige, das örtliche Trinkermilieu und Prostitution.
Dafür gibt es dann die Polizei, die jene Szene gefälligst woanders hin verdrängen soll. Meistens ins nächste Gebiet welches heruntergebracht werden soll.

Hierzu ein kleiner Exkurs in die Berliner Geschichte. Der Berliner Humboldthain wurde einst als eine Art Botanischer – und Zoologischer Garten für das Bürgertum errichtet. In direkter Nachbarschaft zum sogenannten Roten Wedding. Einem der Ausgangspunkte der Novemberrevolution 1918. Damals schon missfielen den Bürgern von Berlin die zahlreichen herumlungernden Obdachlosen und Schlafburschen. Deshalb forderten sie von der Polizei die Verdrängung. Irgendwie hat sich wenig geändert. Doch eins: Die kannten das Beruhigungsmittel Hartz IV noch nicht.

Das geschieht so lange, bis die Berliner Illusion in der Mitte frei von Störenfriede ist. Am Ende des Prozesses bleiben nur noch die Stadtränder. Hallo Paris, Hallo London, wir wären dann auch soweit.

Nein, ich habe immer versucht, für eine Gesellschaft einzutreten, die zum Rahmen Grundgesetz passt. Was jetzt passiert, hat damit nichts mehr zu tun. Entstanden ist ein System, welches nicht zum Rahmen passt. Und dagegen kann ich ohne jegliche Skrupel antreten – eben gerade, weil ich eine ganze Menge gesehen habe. Die Geschehnisse und das Gesehene im Polizeidienst treiben einen häufig vor sich her. Es ist absolut menschlich, dass man bei gleicher Informationslage zu unterschiedlichen Ergebnissen kommt. Meins ist, dass Menschen nicht als das geboren werden, was sie irgendwann sind.

Viele Faktoren wirken auf die Persönlichkeit ein. Nach meiner Logik ist die Anzahl kranker, gewaltätiger, brutaler, egoistischer, asozialer Menschen eine Kennzahl für den Zustand der Gesellschaft. Dabei geht es weniger um Fallzahlen in Kriminalstatistiken, sondern wie man die Täter oder Einsatzsituationen persönlich erlebt. Eine Gesellschaft produziert ihre Problemfälle immer alleine. Der bürgerliche ausgestreckte Zeigefinger, bedeutet immer, drei Finger zeigen auf das Bürgertum und einer, der Daumen, auf die Machthaber, die sie gewählt haben. Immer nur auf den Täter zu schauen, sich auf Stereotype zu fixieren ist nachvollziehbar, ist meiner Meinung nach einen Schritt zu kurz gedacht.

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März 24 2019

Artikel 13/17

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Artikel 13 oder neuerdings 17 ist für mich ein klassischer Fall der Vertrauensfrage. Meine Kenntnisse zur Thematik sind rudimentär. Man kann nicht alles wissen. Doch im Laufe der letzten Jahre bin ich immer wieder auf Internetseiten gestossen, denen ich aufgrund ihrer Berichterstattung und tiefgehenden Analysen schlicht glaube. Dazu gehört für mich, wenn es um Internetfragen geht, immer der Heise Verlag.Und die dort veröffentlichten Beiträge ließen bei mir einigen inneren Widerstand aufkommen.

Wenn Initiativen wie der Artikel 13/17 gestartet werden, meldet sich bei mir sofort die Frage, vor allem wenn die CDU involviert ist, wer verdient daran und wer ist die treibende Kraft im Hintergrund. Mein Vertrauen, dass bei der CDU irgendetwas passiert, was nicht der Wirtschaft und dort auch nur denen dient, die ohnehin schon satt sind, tendiert gegen Null.

OK, die großen Plattformen haben zwei Seiten. Auf der einen sind sie Teil des Systems und verdienen sich eine goldene Nase, auf der anderen Seite sind sie auch Teil des demokratischen Prozesses geworden. Viel Licht und auch viel Schatten. In erster Linie stieß mir auf, dass es sich doch letztlich um eine Spiegelfechterei handelt. Wer halbwegs versiert ist, umgeht alles und verschleiert seinen Standort oder nimmt Zugriff auf andere Server. Ergo wieder einmal eine Lösung, die ausschließlich die Masse der unbedarften Nutzer trifft. Da hat also jemand ein Interesse daran, nicht die Hoheit über die Massen zu verlieren. Wer könnte das sein? Die großen Verlagsgruppen springen einem da fast schon ins Gesicht.

Passend hierzu mischte sich der Axel Springer Verlag vertreten durch das Schlachtschiff BILD ins Geschehen ein. Seit mehr als dreissig Jahren verfahren die immer nach einem Muster. Protestler müssen von einer dunklen Seite – meistens den Kommunisten aus Russland – dieses Mal allerdings von Google gekauft worden sein. Der normale anständige Bürger protestiert nicht gegen eine Entscheidung der schwarzen bürgerlichen Volkspartei CDU. In der Rhetorik des Axel Springer Verlags waren auch die 68ziger, die Friedensbewegung, der Protest gegen die Atomkraft und Umweltschützer sämtlich eingekauft. Da war ich schon mit einem Bein auf der Straße.

Dann viel mir wieder ein, wie ich kürzlich auf dem Flughafen in Peking saß und versuchte Twitter, Facebook und Youtube aufzurufen. Zugegebenermaßen ein etwas naives Unterfangen. An diesem Tag fing ich mir eine Allergie gegen „Herumfummeln“ von staatlicher Seite am Internet ein.

Da wäre dann noch die Seite der Urheber und Künstler. An dieser Stelle werde ich mal richtig böse und ketzerisch. Kunst ist zu großen Teilen eine Industrie geworden. Früher reichte es aus, wenn der Künstler starb, damit wenigstens sein Werk und Name bekannt wurde. Heute läuft es auf eine Prostitution hinaus. „Wem muss ich hier einen Blasen, damit meine Werke „vermarktet“ werden?“ Ich habe mal die Geschichte einer wirklich begabten jungen Frau mitverfolgt, die an einem Wettbewerb beim Giganten SONY teilnahm. Am Ende lief die Sache auf einen Vertrag hinaus, demnach sie für eine gewisse Zeit, nämlich in der sie vom Alter her erfolgreich hätte sein können, nirgendwo anders vorsingen konnte. Das Talent wurde de facto gegen kleines Geld vom Markt genommen, um andere, die bereits vermarktet wurden, zu schützen. Das Kunst – und Musikgeschäft ist schmutzig und dreckig, wie alle anderen auch. Die immer als Kleinkunst geschmähte, meistens von hervorragenden und beachtenswerten Künstlern gestaltete Gegenwartskultur, haben es schwer an der Kommerzmauer vorbeizukommen. Nicht wenige, die sich da auf die Seite der Initiatoren schlagen, haben längst ihre Seele verkauft. Abgesehen von denen, die sich vor den Karren spannen lassen.

Schaue ich mir die Printmedien und ihre Onlineportale an, kommt mir beim Lesen diverser Artikel, besonders wenn sie zu den Großen gehören, ebenfalls der Verdacht, dass auf „Zuruf“ des Chefredakteurs im Sinne der Linie des Hauses etwas zusammengeschrieben wird. Mit Journalismus hat das nichts zu tun. Als ich das Buch über die Panama – Papers las, erschreckte mich, zu welchen nachrichtendienstlichen Mitteln investigative Journalisten, die ihr Handwerk noch ernst nehmen, heutzutage greifen müssen, damit ihre Story nicht vorher unter staatliche Sanktionen gerät.

Mir fiel auch wieder ein, welche Maßnahmen anläßlich einer Sendung des Satire – Magazins „die Anstalt“ folgten, nachdem dort die Ballung der Medien in wenigen Händen angeprangert wurde. Nahezu prophetisch nahmen sie Fusion von DuMont und Madsack vorweg. Dies sind alles nur Teilaspekte für die gesamte Story, die sich im Hintergrund abspielt. Aus meiner Sicht wird es nahezu unmöglich, sich als Leser und Bürger noch halbwegs autonom eine Übersicht über politische Geschehnisse zu bilden. Nicht jeder hat die Zeit auf die Suche nach unabhängigen Medien zu gehen, sich mehrsprachig Artikel durchzulesen und zu analysieren. Aber es gibt z.B. Youtuber, die das tun. Verwenden sie dafür Artikel oder Medien in Sequenzen, die den „Großen“ abgenommen wurden,um sie passend zu kommentieren oder bezüglich des Wahrheitsgehalts auseinander zu nehmen, könnte es künftig schwierig werden.

Vollmundig versuchten in den letzten Tagen die üblichen Verdächtigen, wie beispielsweise Herr Söder, Sedativa zu verteilen. Die kleinen Plattformen würde das nicht betreffen, und man würde in Deutschland eigene Regeln finden. Europa, Internet und nationale Regelungen – finde den Fehler. Ich glaube für CSU Politiker ist es bereits eine intellektuelle Leistung, wenn sie jenseits des eigenen egozentrischen Weltbildes die Landesgrenzen von Bayern in ihr Denken einbeziehen. Wenn es um Europa und globale Angelegenheiten geht, wird ihnen schlecht und sie brauchen eine Auszeit.

Kleine Plattformen bedeutet, dass sie sich kaum gegen die Rechtsanwälte der „Großen“ wehren können. Immer wieder müssen wir erleben, wie mit von krimineller Energie gesteuerte sogenannte Abmahnrechtsanwälte ihr Unwesen treiben. Bösartig könnte man die Feststellung treffen, dass die übermäßig im deutschen Parlament repräsentierte Zunft der Juristen mal mit diesen zusammen im Hörsaal saßen. Aber ich bleibe bei den Juristen auf meiner Linie der individuellen Betrachtung. Ich kann mir aber gut vorstellen, dass mir einige durchaus zustimmen, dass da mit einigen beim Studium im Kopf ein wenig etwas durcheinander geht.

Trotzdem bleibe ich bei meiner Grundauffassung, dass Berufe, die Juristen, im Marketing geschulte Leute, Wirtschaftsfachleute und Journalisten erfordern, sich wie Polizisten, ab und wann mal die Frage nach dem eigenen ethischen Anspruch stellen müssen und im Zweifel gehen sollten. Ich habe im Leben einige kennengelernt, die mir aus diesen Sparten sagten: „Für diese Verbrecher gebe ich mich nicht mehr her.“ So läuft das Spiel nun einmal – ist auf Dauer keine gute Antwort im Leben.

Nach reiflicher Überlegung, ohne die seitens der CDU/CSU in Aussicht gestellten 450 EUR Demonstrationsgeld zu bekommen, entschloss ich mich auf der Demo mitzulaufen. Alleine die erlebte Ignoranz seitens der „Politischen Klasse“, die sich nicht mehr aus ihren Lobbyisten Kaffees und Bars heraustrauen, um mal das Gespräch mit den Demonstranten zu suchen, sie statt dessen mit Tweets und Aussagen in Interviews zu diffamieren, ist Grund genug auf die Straße zu gehen. Das ist absolute Formatlosigkeit!

Es stimmt, was in letzter Zeit auf Twitter mehrfach zur Sprache kam. Einige wenige „besorgte Wutbürger“ laufen blökend und skandierend durch die Straßen und die Reaktion des Establishments lautet: „Die Politik muss die Sorgen und Ängste der besorgten Bürger bei PEGIDA, (zur Erinnerung: Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes), ernst nehmen.“ Tausende Schüler und hunderttausende, zumeist unter Vierzigjährige gehen mit intelligent und kreativ gemachten Schildern, die ihren Intellekt spiegeln, auf die Straße und die Herrschaften verstecken sich oder schicken die konservativen Propagandastrategen ins Rennen. Auf der anderen Seite werden Leute, die den Begriff Patriot nicht korrekt definieren können, einen poetischen Begriff aus dem Mittelalter verwenden und eine Religion offensichtlich für eine Infektionskrankheit halten, hofiert.

Ich sah auf der Demonstration einige, denen es nicht mehr nur um Artikel 13/17 ging. Es ging ihnen um eine abgekoppelte politische Klasse, die sich in Arroganz suhlt und sich hinter den weißen Mauern im Regierungsviertel versteckt. Ich hoffe nur, die als deinterressierte und dekadente Generation Z wird wach und wehrt sich.

 

 

 

 

 

 

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August 23 2018

Zeit für eine Entscheidung …

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Idioten waren in der Antike einst die Bürger, welche sich am politischen Geschehen nicht beteiligten. OK! Aber es gibt auch noch die Situation einer Demokratie, in der die Mehrheit entscheidet, wo es hingehen soll. Leider gehöre ich dieser Mehrheit nicht an. Ich habe beschlossen dies sportlich zu nehmen. Wenn man verloren hat, muss man dies auch mal hinnehmen.

Die Gesellschaft, für die ich einst arbeite oder besser ausgedrückt: der ich mal diente, und ich, finden nicht mehr so richtig zusammen. Das ist weniger dramatisch, als es sich anhören mag. Ich glaubte ohnehin niemals an eine homogene Gesellschaft. Mir gehts hauptsächlich um das deutsche Bürgertum. Ich habe mich hier in meinem BLOG dazu mehrfach geäußert. Ob es nun die Nachwehen nach dem Terroranschlag am Breitscheidplatz, die sinnbefreite Aufregung über „feiernde Polizisten“ beim G20 war oder aktuell um die Geschehnisse beim Rocker Prozess. Alles was sich in diesem Zusammenhang abspielt ist in meinen Augen vollkommener Unfug.

Mir persönlich gehen auch all die windigen Diskussionen über Polizeigewalt mächtig auf den Zünder. In nahezu allen Ländern um uns herum, läuft das Spiel ein wenig anders. Bist Du freundlich zur Polizei, sind die auch freundlich zu Dir. Geht man volle Kanne auf contra, machen die das auch. Ende! Ich bin demnächst ein wenig unterwegs und werde mich tunlichst daran halten. Ich glaube Russen, Chinesen, Laoten, Vietnamesen, Thailänder haben wenig Verständnis für pöbelnde Backpacker.

Irgendwann muss man dann auch mal sagen: Wenn ihr es besser könnt … Bitte! Gestern sagte eine Frau recht unfreundlich zu mir, dass ich mir dies schließlich selbst ausgesucht hätte. Seufz, wie oft bekommt man dies als Polizist gesagt? Letztlich wird dieser Spruch nur noch von: Kümmern sie sich doch mal um die richtigen Verbrecher, überholt. Ausgesprochen wird er meistens von den Leuten, deren eigener Beitrag zur Gesellschaft auf das Zahlen von Steuern beschränkt ist. Da hat man leicht reden.

Wir sagten im Dienst immer: Hilft ja nichts, irgendeiner muss den Job machen. Egal!

Der römische Philosoph SENECA hat sich vor knappen 2000 Jahren ziemlich kompromisslos mit der Lebenszeit auseinandergesetzt. Ich kann jedem wärmstens empfehlen, sich den Text „Zur Kürze der Lebenszeit“  durchzulesen oder anzuhören. Für ihn gehört die Vergangenheit bereits dem Tod und jeden Tag sterben wir ein wenig mehr. Lebenszeit ist das kostbarste Gut unseres Lebens. Jede Stunde des Ärgers, verplemperte Zeit mit Sorgen und Angst, entspricht einem Tausender, den man einfach anzündet. Puff! Weg! Ich bedauere ein wenig, den Text nicht viel früher im Leben geĺesen zu haben. Aber vielleicht musste ich erst einmal dahin kommen, ihn zu lesen. SENECA beschreibt letztlich am Geschehen des römischen Lebens alles, was wir heute auch erleben. Wir kümmern uns um alles nur Erdenkliche, aber nicht um uns selbst. 

Von den Geheimnissen des Flusses aber sah er heute nur eines, das ergriff seine Seele. Er sah: Dies Wasser lief und lief, immerzu lief es, und war doch immer da, war immer und allezeit dasselbe und doch jeden Augenblick neu! Oh, wer dies fasste, dies verstünde! Er verstand und fasste es nicht, fühlte nur Ahnung in sich regen.

Hermann Hesse, Siddhartha, Büchergilde Zürich, 1922, S. 121
Mekong, Ufer Luan Prabang, 2013

Für mich persönlich ist es an der Zeit dies zu tun. Ich lege mir selbst auf, mich von Nachrichten und Politik fern zu halten. Ich bin gern auf TWITTER unterwegs, weil ich dort eine ganze Menge über Menschen dazu lerne, dort wird sich die Aufnahme von Nachrichten nicht vermeiden lassen. Aber Überfliegen hat nichts mit damit Auseinandersetzen zu tun. Wichtig erscheint mir eigentlich nur noch, wenn die Fenster geschlossen bleiben sollen, weil es irgendwo brennt, aber das werde ich auch anders mitbekommen.

Ich habe im letzten Jahr den Nachrichten keine Entwicklung wahrnehmen können, die mich wirklich überrascht hätte. Alles reiht sich einer nachvollziehbaren Logik folgend aneinander. Das sollte eigentlich nicht der Fall sein. Insofern könnte man ab und wann mal stutzig werden, aber es ist recht sinnlos und unwichtig darüber nachzudenken. Der nächste Terroranschlag wird kommen. Die Schubladen gehen wieder auf und die bereits heute geschmiedeten Pläne werden umgesetzt. Die Doofen von der AfD werden weiter ihr bizarres Unterhaltungsprogramm abliefern. Die großen Staaten werden weiterhin die Erde auffressen. Wieder werden Polizisten, Feuerwehrleute, Leute in sozialen Berufen den Kopf hinhalten. Die NERDS werden sich mal wieder etwas Neues einfallen lassen, was den Menschen noch mehr von seiner Ursprünglichkeit entfremdet. Dies und noch noch einiges mehr ist absehbar und damit langweilig. 

Buddha Tempel, Luan Prabang

Auf der vor mir liegenden Reise haben nahezu alle Staaten, bis auf Russland, eine uralte buddhistische Tradition. Womit deutlich wäre, warum ich diese Reiseroute gewählt habe. Bewusst umgehe ich den tibetischen Buddhismus, da ich diesen ablehne. Vielleicht schreibe ich unterwegs mal etwas dazu. Nur so viel: Geister, Naturreligionen und diese ganzen Sekten in Tibet sind mir unheimlich.  Ich glaube ich schrieb es schon einmal in einem Beitrag. Meiner Auffassung nach, erschließt sich ein echtes Verständnis des Buddhismus nicht, wenn man als wohlbehüteter Europäer lächelnd auf einem Meditationskissen sitzt. Je mehr Gewalt man im Leben gesehen hat, Elend, Verwahrlosung, selbst gewalttätig war, um so einfacher versteht man, worum es in dieser Philosophie geht. Nicht umsonst war der legendäre Prinz selbst ganz gut unterwegs und einer der ersten Herrscher, die den Buddhismus einführten war König Ashoka. Bis er Buddhist wurde, war er ein übler Eroberer, der das komplette heutige Indien unterwarf.  

Ich hoffe, auf der Fahrt endlich ein ehrgeiziges Projekt zu Ende zu bringen. Vor einem Jahrzehnt fand das Buch „Die Lehre des Buddho – die Religion der Vernunft und der Meditation“ von Georg Grimm zu mir. Die 415 Seiten haben es Satz für Satz in sich, vor allem wenn man sich auch noch mit den zitierten Texten aus dem Pali – Kanon beschäftigt. 

Die Überschrift lautete: Zeit für eine Entscheidung … Ich habe mich locker 35 Jahre kritisch mit der Politik um mich herum auseinandergesetzt. In dieser Zeit bin ich gegen die Folgen einer für mich heute noch unverständlichen Hierarchie angelaufen, dem entziehe ich mich und gebe den Staffelstab für lange Zeit an andere ab. Das passiert alles auch ohne mich und ich werde nichts mehr am Ablauf ändern. 

Hier soll es nur noch um Menschen an sich gehen. Mal schauen, wen ich alles treffe. Ich werde darüber schreiben.

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Besoldung-Petition-kleiner

GdP/BdK Petition

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November 24 2014

Empörung auf Facebook …

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Wozu eigentlich die ganze Empörung auf Facebook, wenn man doch einen eigenen BLOG hat. Vielleicht weil den keiner liest? Egal … Facebook liest ja auch keiner wirklich u. zensiert wird auch noch. Oder besser formuliert, es wird selektiert.

Da wird offen wieder über Rassismus gesprochen. Gegen die „Rote Front“ gehetzt, wobei fast immer Menschen mit differenzierter Denkweise gemeint sind, weniger die wirklichen „Linken!“. Gesellschaftskritik wird stets mit „links“ gleichgesetzt. Irgendwie ein wenig wie früher. „Geh doch rüber, wenn es Dir hier nicht passt!“ Ein „rüber“ gibt es nun nicht mehr. Tja, argumentativer Notstand bricht aus. Wild wird alles durcheinander geworfen. Wer die Flüchtlingspolitik der Regierung kritisiert ist prompt ein Nazi oder Rassist. Wer sich vor die armen Schweine stellt, die vollkommen zu Recht aus ihrem Heimatland geflüchtet sind, ist naiv und zu blöd die Wahrheit zu erkennen. Prangert man die arabischen Clans an, die jeder Mafia Familie aus Sizilien ebenbürtig sind, gerät man auf dem direkten wieder in die Kategorie „rechts“.

Was dann endgültig einen Brechreiz auslöst, ist der Augenblick, in dem sich retardiertes Bürgertum, Chauvinisten und Reaktionäre auf die Seite von noch mehr verblödeten Hools stellen. Ausgerechnet diese Gehirnamputierten demonstrieren gegen Salafisten um den Deutschen Staat zu retten. Nee is klar! Aber was soll`s, in Berlin demonstrieren ja auch die NPD zusammen mit den Palästinensern gegen Israel … Verfassungstreue aller Bundesländer vereinigt Euch.

Kurz: Eine Welle der Vereinfachung … der Verblödung schwappt über die Republik. Politiker schwafeln frei jenseits jeglicher Kompetenz vor sich hin. Niemanden interessiert mehr, was wirklich im Gesetzestext steht. Verfassungsrecht, Versammlungsrecht, Strafprozessordnung … wild galoppieren die ehemaligen Abiturienten, gescheiterten Lehrer, Sozialpädagogen und andere ressortfremde Personen durch Sach- und Fachgebiete, die ihnen ähnlich fremd sind wie Kanton – Chinesisch. Ein Heer von Beratern, Staatssekretären und Beamten steht nach jeder Talkrunde kurz vor dem Suizid, weil das jeweilige Aushängeschild sich komplett in die falsche Richtung begeben hat.

Und bisweilen brauchen sie dafür nicht einmal eine Talkrunde. Wie war das doch gleich in der letzten Woche?

http://www.welt.de/regionales/hamburg/article134525864/Senat-bestaetigt-verdeckte-Ermittlerin-bei-Roter-Flora.html

Ein paar Hamburger Autonome werden eine Polizistin entdecken, die ihnen wohl bekannt war, aber nicht in Uniform, sondern von dem einen oder anderen Schwafelmeeting oder Suffparty im besetzten Haus. „Ach Du Kacke … die hat uns ausspioniert!“ Skandal! Die „GRÜNEN“ und die „LINKE“ protestieren empört. Unerhört … die Exekutive hat gehandelt. Nun ja … wenn man sich ständig hin stellt, die Abschaffung des Staats fordert, ab u. wann mal einen kleinen Brandanschlag macht, Molotow Cocktails bastelt, dann läuft man in Gefahr, dass der Polizeiliche Staatsschutz mal ins Gesetz schaut u. was dagegen unternimmt. Wie sagt der Sprecher bei der „Sendung mit der Maus“ immer so schön: „Komisch eigentlich … ist aber so!“

So … und im Gesetz steht doch tatsächlich, dass unter den gegebenen Umständen, Gründung einer terroristischen Vereinigung, fortgesetzter schwerer Landfriedensbruch, schwere Brandstiftung pp. ein Verdeckter Ermittler eingesetzt werden kann. Ich weiß, ihr seid zwischen 20 und 30 Jahre, wisst alles besser und habt die Staatsweisheit gepachtet, eigentlich wolltet ihr nur spielen und mit 45 Jahren in der Kneipe von Euren Kriegserlebnissen erzählen, aber leider muss man Euch ab und wann mal was auf die Finger geben, sonst dreht ihr nämlich frei. Und was Euch die Onkels von den Fraktionen erzählen, dass die Polizei das gar nicht darf … ist schlicht: BULLSHIT!

Viel besser fände ich es, wenn ich mich endlich mal wieder als EMMES auf dem Papier manifestieren könnte, aber leider sitze ich hier mal wieder in einem wackeligen Reisebus und pendle durch das Land. Aber noch ist Hoffnung …

Bis zum nächsten Bier am Tresen …

 

Der Emmes

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Mai 8 2014

O-Platz Berlin … Verständnisprobleme

Reading Time: < 1 minute… habe ich das alles richtig verstanden? Da macht sich so ne arme Sau auf den Weg und flüchtet aus seinem Land. Da gibt es kein Wasser, kein Essen und die Regierung ist ein Haufen korrupter Perverser. OK! Soweit verstanden. Würde ich auch flüchten. Also mache ich mich auf den Weg durch die Wüste. Nachdem ich halb verhungert bin, klettere ich über einen Zaun und bin vielleicht einer von hundert, die es schaffen. Dann steige ich in eine Nußschale, mit der man hier maximal die Havel überqueren würde, überlebe auch dieses … schlage mich dann durch halb Europa, um dann in einem Land anzukommen, wo sie mir eine Unterkunft geben, Wasser aus dem Hahn kommt und das Essen leidlich geniessbar ist.

Kaum bin ich dann aber angekommen, gehe ich in den Hungerstreik und trinke freiwillig nichts mehr, erzähle der Presse auch noch, dass ich im Zweifelsfall sterben will. Hmmm? Warum dann den Mittelteil? Wäre das in Afrika nicht viel einfacher gegangen mit dem Verhungern und Verdursten? Da muss ich doch nicht soweit flüchten! Was habe ich denn da wieder nicht verstanden?

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