So wird das nichts …

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Unsere Sprache befähigt den Menschen, zu kommunizieren. Miteinander sprechen klingt banal und einfach. Dennoch ist es mit einer der schwierigsten Vorgänge überhaupt. Diejenigen, welche sich aus welchen Gründen auch immer damit auseinandergesetzt haben, vergessen häufig, dass andere dies noch nie im Leben taten. Meiner Meinung nach, ein schwerer Fehler, wenn ich zum Beispiel mit einem politischen Sendungsbewusstsein unterwegs bin. Warum gehe ich denn in die Politik? Ich möchte die Gesellschaft mitgestalten. Dazu muss ich andere Menschen überzeugen und auf meine Seite ziehen. Die Rechtspopulisten wissen dies und handeln danach. LINKE, häufig Zeitgenossen mit Bildung übersehen es neuerdings.

Ich habe die gedankliche Ausrichtung, welche allgemein mit links bezeichnet wird, immer für etwas gehalten, was die Gesellschaft ein wenig gerechter, angenehmer und vor allem für diejenigen, welche eben nicht die Zeit haben, sich um ihre Rechte zu kümmern, eintritt. Sich in irgendwelchen Fremdwörtern zu ergehen, soziologische, ökonomische oder wissenschaftliche Fachbegriffe zu verwenden, verprellt und sorgt für innerlichen Widerstand. Was soll das für einen politisch Engagierten bringen? Gut, sie oder er zeigt allen sein Bildungsniveau und darf sich in der Anerkennung der Mitstreiter sonnen. Bei den Zielgruppen erzeugt es lediglich Abstand. Ein abgehobener Schnösel, der noch nie einer «ehrlichen» Arbeit nachging, quatscht dusseliges Zeug. Damit hat sich dann das Zuhören oder Nachdenken über die politischen Ziele erledigt.

Wenn ich Rassismus aus den Köpfen herausbekommen will, muss ich mit Rassisten reden. Nicht unbedingt öffentlich. Es besteht die Gefahr, dass ich ihnen eine Öffentlichkeit biete, die ich nicht haben will. Schreibe ich einen Text gegen Rassismus, muss ich mich darauf einstellen, dass auch einfache Gemüter (ICH meine dies nicht mal ansatzweise negativ oder abwertend) mitlesen. Geht es um Rechtsextremismus, muss ich darauf vorbereitet sein, dass den Text Leute lesen, die ständig mit anderen Sachen bombardiert werden. Texte, ein BLOG, die Social Media, sind nichts anderes, wie eine Kneipe. Setze ich mich an einen Tisch mit Parolen schwingenden Stammtischpatrioten, muss ich mich, vorausgesetzt ich will mindestens einen zum Nachdenken bringen, darauf einstellen. Denen darf ich nicht mit abgedroschenen Linksintellektuellen Parolen kommen, sondern das Leben und der Mensch ist gefragt. Ich denke, das ist nachvollziehbar.

Ich stelle mal eine steile Behauptung auf. Teilweise haben wir den Aufstieg der AfD, der Neuen Rechten und der gerade mal noch Erzkonservativen bei der CDU/CSU dem Verhaltensversagen der Linksorientierten zu verdanken. Wer in der normalen arbeitenden Bevölkerung nach einer Beschreibung für links gefragt wird, hat diverse Verknüpfungen im Kopf. Hausbesetzer, Steinewerfer, G20 Chaoten, Grüne Weltfremde, Soziologie – und Philosophiestudenten, die noch grün hinter den Ohren sind, für alles auf dieser Welt Verständnis Habende, Autonome, Antifa u.v.m. in dieser Richtung.

Dem Populismus der Rechten, den Propagandastrategen des Kapitals, der Arroganz der Liberalen, fehlt ein Gegengewicht. Das ist nicht gut und führt aus der Sicht eines überzeugten Linken, für den ich mich halte, in eine gesellschaftliche Katastrophe. Ich habe in meinem BLOG mehrfach keinen Hehl daraus gemacht, dass ich ein großer Fan von Saul Alinsky bin. Er unterscheidet grob gesagt zwischen irrationalen Radikalen und Leuten, denen wirklich etwas an einer Neuorganisation der Gesellschaft in der gesamten Breite liegt. Ich sehe darin für mich die Fortsetzung dessen, wofür ich als Kriminalbeamter einstand.

Wenn wir miteinander reden, müssen wir uns über die Begriffe und was wir damit verbinden einig sein. Wenn ich einem vollkommen normalen Otto – Normal – Verbraucher Rassismus und Diskriminierung vor den Latz knalle, sagt der recht zuverlässig: «Ich habe nichts gegen Neger, Schwule, Lesben, Juden und Tunten. Was willst Du von mir?» Wenn ich ihn daraufhin frage, warum er gerade das Einparken als «schwul» bezeichnete, wird er abwinken. Er wird auch nichts dabei finden, auf der Toilette «einen Neger abzuseilen». Das sagt man halt so. Deshalb geht der nicht Morgen auf die Straße und beteiligt sich an Hetzjagden. Die Welt ist komplizierter geworden. Und das mögen einige nicht. Wenn ich wirklich etwas erreichen will, muss ich mich damit beschäftigen und darf nicht sofort die große Keule auspacken. Denn dann erreiche ich nur eins. Die oder der macht morgen sein Kreuz an der von mir aus betrachteten falschen Stelle.

Es ist vollkommen unerheblich, ob jemand von «Coloured People», «Schwarzen», «Dunkelhäutigen», spricht. Wer dies sagt, ist schon mal auf einem Weg. Er will niemanden verletzen! Das gilt es zu respektieren. Und wenn einer sagt: «Schwule sind in der Regel sehr gepflegte Männer!» ist das ein Anfang. Er hat schon mal die Ebene «Po -Pieker» oder «Schwanzlutscher» verlassen.
Wenn einer sagt, dass er mit dem einen oder anderen Flüchtling gute Erfahrungen gemacht hat, kann man natürlich die intellektuelle Nummer herauskehren. «Ach … Du willst mit der Erwähnung der Ausnahme sagen, dass alle anderen schlecht sind?». Ich kann aber auch nachhaken, was ihm gefallen hat und damit weiter arbeiten. Wer für sich selbst in Anspruch nimmt, besser zu sein, sollte es auch sein. Ich habe dies in der Vergangenheit aus Frust heraus nicht immer beherzigt. Doch wer ist schon frei von Fehlern?

Die Linksorientieren lassen sich von der Intoleranz vor sich her treiben und die vermeintlich Rechten, sie sind es häufig gar nicht, von der gezeigten Weltfremdheit einiger Linker. Manche sind auf beiden Seiten unerreichbar. Das ist dann eben so. Dummbatze, Dogmatiker, Gestörte, gibt es immer. Manch einer ist ein Fall für den Therapeuten. Ich persönlich kann weder Weidel, Gauland noch Höcke für voll nehmen. Ich denke, jeder versierte Psychologe hat seinen Spaß, wenn er ihnen zuschaut. Bei Söder, Seehofer, Dobrindt und Konsorten geht es mir nicht anders. Linksseitig sind auch einige Kandidaten unterwegs, die sich mal ernsthafte Gedanken machen sollten, warum sie in die Politik gegangen sind. Wollen sie wirklich etwas für andere erreichen oder sind sie nur in eigener Sache unterwegs.

Allerdings sollte man auch einräumen, dass sich diese Menschen ständig öffentlich präsentieren und selten verstecken können. Doch das entbindet niemanden an der Basis der Gesellschaft, ab und wann mal wieder Vernunft walten zu lassen und sich zu überlegen, wie viel in der grauen Masse namens Gehirn, eigenes Gedankengut vorhanden ist, oder was alles Manipulationen sind.

Diejenigen aus meinem Lager fordere ich dazu auf, sich darauf zu besinnen, worum es geht und wen man dafür an seiner Seite braucht. Die «Schwarzen» (politisch gemeint) kriegen es nicht auf die Reihe. Sie haben uns mit ihrem Gerede von Wachstum, Profit, immer mehr haben müssen, Statusdenken und dem Bewahren des Status Quo in den Misthaufen Klima, drohende Krisen, Flüchtlingsströme u.s.w. hinein manövriert. Die Scharz/Roten, die sich um die Seilschaft Schröder & Co. ranken, haben mit Hartz IV, unseligen Agendas und Zugeständnissen die Basis verraten. Gabriel hat mal vor langer Zeit in einer Talkshow etwas Gutes gesagt: «Wenn ich mich im privaten Umfeld unterhalte, halten die uns alle für Verbrecher – das ist bedenkenswert.» Ich weiß nicht, ob er sich daran noch erinnert. Ich habe es niemals vergessen.

Lasst uns doch erst einmal an die ernsthaft bedrohlichen Dinge herangehen und sie auch beim Namen nennen. Danach kann man immer noch über Racial Profiling, Gender – Kram und Emanzipation reden. Fakt ist, das Kapital lässt überall die Muskeln spielen. Der Umsatz bei den PR – Kampagnen steigt stetig. Saul Alinsky unterscheidet zwischen den Habenden und den Nicht – Habenden. Die Nicht -Habenden werden gegeneinander ausgespielt. Wer nicht begreift, dass jede abgehobene Aussage Beifallklatschend von den PR – Strategen aufgegriffen wird, wie ein zu hoch gespielter Ball beim Tennis, dem ist nicht mehr zu helfen.

In meiner Stadt wird eine ziemlich leicht durchschaubare Politik gefahren. Die Habenden wollen ihre Tränken sauber halten. Dafür wird die Polizeipräsenz und die Überwachung im innerstädtischen Bereich ausgebaut. Was auf der Platte, im Merkwürdigen Viertel, Thermometer Siedlung, Rudolf – Wissel – Siedlung, Falkenhagner Feld, passiert, ist denen ziemlich schnuppe. Das überlassen sie brav den Bezirksverordneten. Die dürfen sich dann mit den Quartiersmanagements und einfach strukturierten Rechten auseinandersetzen. Als ehemaliger Kriminalbeamter kann ich es nicht lassen. Ich beobachte sehr genau, wie sich die Profis unter den Kriminellen nach außen orientieren, weil sie in der Innenstadt Gegenwind bekommen. Die Schutzgelderpresser, die Rocker und Clans sind in den Außenbezirken angekommen.

Wir überlassen das wichtigste Thema überhaupt – Klima – Heranwachsenden und ergehen uns in Innensicherheitsstreitereien. Ich war da. Ich habe wenig andere Eltern gesehen und meine Kinder sind erwachsen. 1982 organisierte ich als Schülersprecher eine Demo. Zur Begleitung bekamen wir drei uniformierte alte Herren. Heute stehen da jung – dynamische Beamte von der Hundertschaft mit Tonfa, Weste und Patches. Am Rand bewegt sich ein BeDo – Trupp (Beweis – und Dokumentationstrupp) und filmt. Hallo!? Die «Schwarzen» (Wieder politisch gemeint) spielen sich als die «Original – Klimaschützer» auf.

Zur Erinnerung: Das sind die, welche die gesamte Anti – AKW Bewegung bekämpfen ließen und junge Polizisten für ihre Ziele missbrauchten. Gleichsam jene, welche den Widerstand gegen die verbrecherischen Aktivitäten gegen BASF auf dem Rhein platt machen wollten. Die in Koalition mit der CSU aus reiner Profitgier das Altmühltal zerstören wollten … und … und … und. Mir würde noch einiges einfallen. Wir lassen zu, dass die Schwarzen ( … ach lassen wir das), die Bewegung der Schüler und Heranwachsenden als Religion, Fanatismus und Schwachsinn diffamieren, damit sie der Wirtschaft weiter Profite bescheren können. Alles im Wissen, dass das die Probleme noch steigern wird,

Und am Ende bewerfen wir uns mit wohlfeilen Worten, die keine Sau, nicht einmal mit Abitur, Fremdsprachen, alt -humanistischer Ausbildung, Studium so wirklich versteht und einem anderen, der mal ganz einfach nachfragt, erklären kann. Naaaaaa toll! Was sind wir doch für Helden! Nee … Mädels und Jungs von den GRÜNEN, LINKS – Partei, Jusos … so wird das nichts.

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